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EU-Parlament will radikal weniger Plastiksackerl

Plastiksackerl: Weniger ist mehr Salzburg24
Plastiksackerl: Weniger ist mehr

Das EU-Parlament will in den kommenden Jahren die Plastik- und Kunststoffabfälle in der EU drastisch verringern. Bis 2019 sollen die Bürger in der Europäischen Gemeinschaft beispielsweise 80 Prozent weniger der ganz leichten Plastiksackerl verwenden. Diese werden am häufigsten genutzt. Eine entsprechende Entschließung verabschiedete das Parlament am Mittwoch in Straßburg.

Diese Abstimmung ist allerdings nicht endgültig. Das Parlament muss erst noch mit den EU-Regierungen verhandeln. Die Gespräche sollten nach den Europawahlen beginnen, möglicherweise noch in diesem Jahr.

"Die Maßnahmen, die wir verabschiedet haben, sind längst überfällig", sagte die SPD-Europaabgeordnete Jutta Haug. Auch Österreichs Umweltminister Andrä Rupprechter begrüßte den Entschluss. "Auch wenn Österreich mit einem durchschnittlichen Verbrauch von rund 50 Plastiksackerl pro Einwohner und Jahr im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten einen sehr niedrigen Wert aufweist, ist ein Umdenken in Europa notwendig", so der Minister.

2010 wurden 95,5 Milliarden Plastiksackerl in der EU ausgegeben. Vorgesehen ist nun, dass die EU-Länder mit eigenen strengen Regeln die Plastikflut weiter eindämmen dürfen: Beispielsweise mit Abgaben, Steuern oder Verboten. Ziel des Parlaments sei es, innerhalb von fünf Jahren den Verbrauch von Einweg-Plastiksackerl von 176 pro Kopf und Jahr auf 35 Sackerl zu senken, sagte der Vorsitzende des Umweltausschusses, der SPD-Europaparlamentarier Matthias Groote.

Sehr dünne Sackerl, wie sie für Fisch oder Käse verwendet werden, sind aus hygienischen Gründen notwendig und fallen nicht unter die Regelung. Von den fast 100 Milliarden Sackerl in Europa, die pro Jahr genutzt werden, landen etwa acht Milliarden in der Natur. Mit oft verheerenden Folgen für Ökosysteme, Tiere, Fische und Vögel.

In der Branche sind 1,5 Millionen Arbeitnehmer in Europa beschäftigt. Die weltweite Produktion von Plastik könnte sich nach Angaben der EU-Kommission bis 2050 verdreifachen.

"Das Plastiksackerl ist ein Symbol der Wegwerfgesellschaft und eine unnötige Ressourcenverschwendung, die riesige Umweltprobleme verursacht. Deshalb begrüße ich, dass sich die Mehrheit des Parlaments heute für ein verbindliches Reduktionsziel beim Verbrauch von Einwegsackerln ausgesprochen hat. Mit diesen Regeln können wir den Verbrauch von Einwegsackerln schnell deutlich verringern", reagierte die EU-Spitzenkandidatin der Grünen, Ulrike Lunacek.

"Die Vermüllung der Meere nimmt drastisch zu. Ansammlungen von solchem Treibgut gelangen vielfach über Flüsse ins Meer. Die große Mehrheit der Bevölkerung forderte hier zu Recht eine umweltfreundliche und praktikable Lösung", meinte SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach.

Kunststoff gilt oft als praktisch - erzeugt aber auch riesige Probleme. Plastik macht zum Beispiel einen Großteil des Mülls aus, der die Weltmeere verschmutzt. Pro Jahr gelangen nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rund zehn Millionen Tonnen Müll in die Ozeane. Umweltexperten fordern zudem, weniger Plastiksackerl zu verbrauchen. Jeder Einwohner der Europäischen Union nutzt im Schnitt 198 Plastiksackerl pro Jahr.

(Quelle: S24)

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