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Europäischer Filmpreis für polnischen Film "Ida"

Das polnische Schwarz-Weiß-Drama "Ida" ist der große Gewinner des 27. Europäischen Filmpreises. Der streng komponierte, berührende Film über eine Novizin wurde am Samstagabend in Riga als bester europäischer Film ausgezeichnet. Die Regiearbeit von Pawel Pawlikowski erhielt außerdem vier weitere Preise, unter anderem für Regie, Kamera und Drehbuch.

Der deutsche Marc Bauder wurde für die deutsch-österreichische Koproduktion "Master of the Universe" zum Sieger in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" gekürt. Der Beitrag "We come as Friends" des österreichischen Filmemachers Hubert Sauper ging damit leer aus. Wie bereits im Voraus bekannt, bekamen Natascha Curtius-Noss und Claus-Rudolf Amler die Preise für Kostüm- und Szenenbild des Alpendramas "Das finstere Tal".

Als beste Schauspielerin wurde in Abwesenheit die Französin Marion Cotillard für ihre Rolle in dem Sozialdrama "Zwei Tage, eine Nacht" von Jean-Pierre und Luc Dardenne geehrt. Der britische Schauspieler Timothy Spall nahm die Filmpreis-Statue als bester Schauspieler entgegen. Er wurde für die Titelrolle in der Maler-Biografie "Mr. Turner - Meister des Lichts" geehrt.

Der Gewinnerfilm "Ida" spielt im Polen der 60er-Jahre. Erzählt wird von einem Waisenmädchen, das kurz vor seinem Eintritt ins Kloster erfährt, dass es eigentlich Jüdin ist. Bevor sie ihr Gelübde ablegen kann, muss die junge Frau das Geheimnis ihrer Familiengeschichte ergründen. Der Film setzte sich unter anderem gegen Lars von Trier Sex-Drama "Nymphomaniac" durch.

Sehr gerührt und etwas verlegen war die französische Filmemacherin Agnes Varda (86), als sie den Preis für ihr Lebenswerk entgegen nahm. "Ich habe ein Geschenk bekommen", sagte Varda. Etwas Kritik wollte die Regisseurin und Autorin - "Großmutter der Nouvelle Vague" - aber auch loswerden: Zu wenig Frauen seien unter den Nominierten für den Filmpreis gewesen.

Mehr als 1.000 Filmschaffende hatten sich in Riga zur Filmpreis-Gala versammelt, darunter auch die Schauspieler Liv Ullmann und Tobias Moretti. Der britische Filmemacher Steve McQueen erhielt den Sonderpreis aus den Händen von Akademie-Präsident Wim Wenders. McQueen, der unter anderem den diesjährigen Oscar-Gewinner "12 Years a Slave" gedreht hat, wurde für seinen "einzigartigen Beitrag zum internationalen Kino" geehrt.

(Quelle: S24)

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