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EVN 2013/14 mit 299 Mio. Euro Verlust

Schlechtes Jahr für EVN Salzburg24
Schlechtes Jahr für EVN

Die börsennotierte EVN hat im Geschäftsjahr 2013/14 wie erwartet wegen hoher Abschreibungen 299 Mio. Euro Verlust gemacht. 2012/13 hatte die EVN noch einen Gewinn von 109,3 Mio. Euro erzielt. 2014/15 will man über diesem Wert liegen. Der milde Winter senkte den Energieabsatz. In Niederösterreich wird in den nächsten vier Jahren 1 Mrd. Euro investiert.

Die Dividende wird erneut 42 Cent je Aktie betragen, kündigte EVN-Vorstandssprecher Peter Layr heute, Donnerstag, bei der Bilanzpressekonferenz an. Die Auszahlung könne über den Cashflow gedeckt werden. Die Effekte, die zum Verlust führten, seien überwiegend nicht zahlungswirksam gewesen, so die EVN.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) sank um 65,9 Prozent auf plus 184,1 Mio. Euro. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) war mit 341,4 Mio. Euro negativ, nach einem Plus von 242,2 Mio. Euro. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 55,3 Prozent auf minus 31,9 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 6,2 Prozent auf 1,97 Mrd. Euro.

An Wertberichtigungen musste die EVN in Summe 566 Mio. Euro verdauen, wie es heute hieß. Dabei gab es Wertminderungen von 269,5 Mio. Euro für Firmenwerte und Kundenstöcke in Bulgarien und Mazedonien, für die Schlammtrocknung und Anlagenteile des Blockheizkraftwerks in Ljuberzy (Moskau) sowie für Erzeugungskapazitäten (Kraftwerke) und Investitionen in diesem Bereich in Österreich, Deutschland und Bulgarien.

Wertberichtigt wurden auch Leasingforderungen im Zusammenhang mit der "Müllverbrennungsanlage Nummer 1" in Moskau in Höhe von 191,4 Mio. Euro wegen "erheblicher Zweifel an der Realisierbarkeit des Projektes". Die Müllverbrennungsanlage könnte verkauft werden oder auch mit einem Partner betrieben werden. Bereits getrennt hat sich die EVN von einem ihrer Moskauer Projekte: Die Trinkwasseraufbereitungs-Anlage (Natriumhypochloritanlage) ging um 250 Mio. Euro an Mosvodokanal, den Wasserversorger der Stadt Moskau. Das entspricht den Investitionskosten (einschließlich erwarteter Ergebnisbeiträge).

In Bulgarien in Mazedonien seien die Firmenwerte im Wesentlichen auf Null gestellt, so EVN-Vorstand Stefan Szyszkowitz. Als Grund für die Wertberichtigungen von Firmenwerten und Kundenstöcken in Bulgarien und Mazedonien hat die EVN bereits bei der Bekanntgabe im Sommer vor allem Preisänderungen durch die Regulierungsbehörden genannt. Weiter verringert haben sich die Netzverluste in diesen beiden Ländern, so der EVN-Vorstand heute. Aktuell lägen sie bei 10,5 Prozent in Bulgarien und 15,5 Prozent in Mazedonien. Es gab zuvor auch schon Werte von 17 Prozent bzw. 22 Prozent. Die technischen Netzverluste werden mit 6 bis 7,5 Prozent beziffert.

Bei den Kraftwerken wurde Dürnrohr um 27 Mio. Euro abgewertet, der Anteil an den Verbund-Innkraftwerken um 41 Mio. Euro. Der EVN-Block des Kohlekraftwerks Dürnrohr werde weiter laufen, bekräftigte Layr heute. Das deutsche Kraftwerk Duisburg-Walsum (EVN-Anteil 49 Prozent) ist in Betrieb gegangen. Im Rechtsstreit mit dem Generalunternehmer Hitachi bzw. Versicherungen sei vom Schiedsgericht ein möglicher Urteilstermin mit Mitte 2016 genannt worden.

Operativ hat sich bei der EVN in allen Versorgungsgebieten der milde Winter ausgewirkt, so Layr. Der Energieverkauf an Endkunden ging bei Strom auf 19.317 (20.209) GWh zurück, bei Erdgas auf 5.383 (6.333) GWh und bei Wärme auf 1.991 (2.062) GWh. Die Erzeugung aus Wind- und Wasserkraft ging witterungsbedingt ebenfalls zurück. Die Stromerzeugung insgesamt steigerte die EVN auf 4.395 (3.701) GWh, dabei stammten 2.527 (1.747) GWh aus Wärmekraftwerken. Bei Erneuerbarer Energie gab es ein Minus von 4,4 Prozent auf 1.868 GWh.

Die Haushaltskunden in Österreich werden im kommenden Jahr auch von einer Netztarifsenkung profitieren, nachdem per 1. Oktober 2014 die reine Energiekomponente um 10 Prozent verbilligt worden war. Die Netztarifsenkung bei Strom werde durchschnittlich bei 1 Prozent und bei Gas bei 2,5 Prozent liegen, hieß es heute.

In Niederösterreich wird die EVN in den kommenden vier Jahren 1 Mrd. Euro investieren, vor allem in Netze, Erneuerbaren-Ausbau und Wasserversorgung. Die installierte Windkraftkapazität will die EVN bis 2016/17 auf 300 MW ausbauen. Von den Gesamtinvestitionen des Konzerns entfallen rund zwei Drittel auf Niederösterreich. 2013/14 investierte die EVN insgesamt 396,3 (372,9) Mio. Euro.

Die "Stromhilfe" für Deutschland wird fortgesetzt. Aktuell sind für die kommenden zwei Winterhalbjahre 785 Megawatt (MW) Reservekapazitäten für Süddeutschland aus den Gaskraftwerken Theiss und Korneuburg reserviert. Für 2017 und 2018 seien derzeit Verträge zur Unterschrift im Haus, sagte Layr. Angeboten werden dem Netzbetreiber Tennet 450 MW. Österreich sei nur eines von vier Ländern in Europa, in denen es keine Regelungen für Kapazitätsmechanismen gebe.

Die Nettoverschuldung reduzierte die EVN um 10,3 Prozent auf 1,622 Mrd. Euro, das Eigenkapital per 30.9. betrug 2,633 Mrd. Euro, die Eigenkapitalquote sank im Jahresvergleich auf 38,5 (42,3) Prozent. Die Gearing-Ratio stieg entsprechend auf 61,6 (58,8) Prozent.

Der durchschnittliche Personalstand sank um 1,8 Prozent oder 131 auf 7.314 Personen.

Die EVN-Aktie notierte heute gegen 14 Uhr in einem insgesamt schwächeren Markt mit 10,17 Euro um 0,59 Prozent niedriger.

(Quelle: S24)

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