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Experte: Medienberichte erzeugen Angst

Durch verstärkte Berichterstattung über Gewalttaten können Medien Angst erzeugen. Bilderbox/Archiv
Durch verstärkte Berichterstattung über Gewalttaten können Medien Angst erzeugen.

Der Kommunikationswissenschafter Josef Seethaler sieht im Zusammenhang mit der jüngsten Welle an Gewalttaten eine "hohe Verpflichtung" der Medien. Man wisse sehr genau, "dass Medien durch ihre Berichterstattung gerade über Gewaltakte Angst erzeugen können", sagte Seetaler am Dienstag im Ö1-Morgenjournal. Dies erhöhe die Neigung, nach Schuldigen zu suchen und populistische Lösungen zu akzeptieren.

Seit den 1970er Jahren sei durch Untersuchungen bekannt, "dass Menschen, die intensiv Medien nutzen, ihre Umwelt ängstlicher und misstrauischer wahrnehmen", sagte der Kommunikationsexperte. "Medien haben eine hohe Verpflichtung, gerade wenn es um die Berichterstattung über Gewaltakte geht", betonte der Forscher an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

"Check und Recheck beherzigen"

Seethaler rief Journalisten auf, den "alten Grundsatz des Check und Recheck" zu beherzigen. "Vieles, was über die sozialen Medien hereinkommt, muss nicht gleich weitertransportiert werden". Außerdem gehe es um eine "Einordnungsleistung" bei Geschehnissen wie Amokläufen oder Terroranschlägen. Wenn sich Medien um Einordnung bemühten, komme es zu einer "Entschleunigung" und "Entdramatisierung".

(APA)

(Quelle: S24)

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