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Mehrere Verletzte

Paketbombe explodiert in Lyon

Explosion in Lyon APA/AFP/TWITTER/Samien Dalaud
Im Stadtzentrum von Lyon kam es zu einer Explosion.

Nach einer Explosion mit mehreren Verletzten in der Innenstadt von Lyon ermitteln Anti-Terror-Spezialisten. Die Explosion hatte sich am frühen Abend im Zentrum der Stadt im Südosten des Landes ereignet. Mindestens acht Menschen wurden verletzt.

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner wies die Präfekten im ganzen Land an, die Sicherheitsmaßnahmen an Orten zu verstärken, an denen sich viele Menschen aufhalten. Das seien etwa Sport- oder Kulturveranstaltungen.

Acht Verletzte in Lyon

Mindestens acht Menschen wurden nach Angaben der Präfektur bei der Explosion verletzt. Der Sender BFMTV berichtete von mindestens 13 Verletzten - darunter sei auch ein Kind. Keiner der 13 Verletzten schwebe in Lebensgefahr. Das Innenministerium bestätigte diese Angaben auf Nachfrage nicht und sprach von Leichtverletzten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte die Explosion einen "Angriff". Es sei zum jetzigen Zeitpunkt nichts über Todesopfer bekannt, sagte er in einem Interview des YouTubers Hugo Travers kurz nach dem Vorfall. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen.

Sprengsatz mit Schrauben

Die Explosion ereignete sich vor einer Bäckerei in der Straße Victor Hugo an einer Kreuzung in einer Fußgängerzone. Der Sender Franceinfo berichtete unter Berufung auf das französische Innenministerium, dass dort auf dem Boden ein Beutel oder Koffer, der einen Sprengsatz mit Schrauben enthalten haben soll, explodiert sei. Der Pariser Anti-Terror-Staatsanwalt Rémy Heitz wollte am Abend nach Lyon fahren.

Innenstadt abgeriegelt

Die Polizei fahndete am Abend nach einem 30 bis 35 Jahre alten Mann. Medienberichten zufolge soll er mit einem Fahrrad geflohen sein und den Sprengsatz zuvor an der Bäckerei deponiert haben. Der Unglücksort im historischen Zentrum der Großstadt wurde geräumt und abgesperrt. Die Explosion trifft Frankreich kurz vor der Europawahl. Premierminister Édouard Philippe sagte seine Teilnahme an einer Abschluss-Wahlkampfveranstaltung ab, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichte. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen sprach von einem "terroristischen Anschlag".

Die örtliche Präfektur dementierte am Abend Gerüchte, wonach es weitere Explosionen gegeben haben soll. Zwei Metrostationen in der Innenstadt wurden geschlossen, der Bereich rund um den Tatort abgesperrt. Die Präfektur rief Anrainer auf, sich fernzuhalten und keine Gerüchte zu verbreiten. Man dürfe nun die Bevölkerung nicht aufschrecken, sagte David Kimelfeld, Präsident der Metropolregion Lyon, dem Sender BFMTV.

Die Hintergründe der Tat waren jedoch zunächst unklar. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert, dabei wurden rund 250 Menschen getötet.

Lyon liegt im Südosten Frankreichs, es ist die Hauptstadt des Département Rhône und der Region Auvergne-Rhône-Alpes und mit mehr als 515.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs nach Paris und Marseille. Im Sommer 2015 wollte ein Islamist in einem Industriegas-Werk eine Explosion herbeiführen, wurde aber überwältigt. Er hatte zuvor seinen Chef enthauptet.

(APA)

(Quelle: APA)

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