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Färöer-Inseln vor Regierungswechsel

Die zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln stehen vor einem Regierungswechsel. Die bisherige, liberal-konservative Regierungskoalition unter dem Ex-Fußballtormann Kaj Leo Johannesen büßte bei den vorgezogenen Neuwahlen am Dienstag die Mehrheit im Autonomie-Parlament in Torshavn ein. Als wahrscheinlichster neuer Regierungschef gilt der Vorsitzende der Sozialdemokraten, Aksel V. Johannesen.

Die liberalen, Kopenhagen-treuen Unionisten und ihre bisherigen Regierungspartner, die konservative Volkspartei, verloren je zwei Sitze im 33 Abgeordnete fassenden Inselparlament (Lagting). Starke Gewinne erzielten neben den Sozialdemokraten, die mit über 25 Prozent der Stimmen mit Abstand stärkste Partei auf den Färöern wurden, auch die linken Republikaner.

Diese beiden Parteien kommen künftig gemeinsam auf 15 Mandate und brauchen die Hilfe einer weiteren politischen Kraft im Parlament. Es gilt aber als sehr wahrscheinlich, dass es Aksel V. Johannesen gelingen wird, eine stabile Regierung zu bilden.

Nach Meinung des färöischen Gesellschaftsforschers Gestur Hovgaard spielte die unpopuläre Einführung eines Einheitssteuersatzes ("Flat-Tax") vor einem Jahr die entscheidende Rolle für das Wahlresultat. Ein anderer Grund dürfte nach Meinung verschiedener politischer Beobachter in einem Skandal um den Bau eines Unterseetunnels zwischen den beiden Hauptinseln Streymoy und Eysturoy zu finden sein.

Ebenfalls mitentscheidend könnte auch gewesen sein, dass sich Kaj Leo Johannesen zuletzt für die Übernahme einer Quote von Flüchtlingen aus Dänemark ausgesprochen hatte. Anders als in vielen anderen Ländern sind es auf den Färöern die bürgerlichen Parteien, die für die Aufnahme ausländischer Flüchtlinge sind, während die Sozialdemokraten und die Linken dagegen sind.

Bei der Frage, ob die Inseln die gänzliche Trennung von Kopenhagen anstreben oder als autonomes Gebiet bei Dänemark bleiben sollen, gibt es Verfechter in beiden ideologischen Lagern. Die rechtsliberalen Unionisten und die Sozialdemokraten sind Kopenhagen-treu, die Konservativen und die linken Republikaner ebenso wie die kleinen Parteien im Lagting sezessionistisch positioniert.

Die Färöer-Inseln sind mit rund 1.400 Quadratkilometern flächenmäßig das kleinste der autonomen Inselgebiete in Nordeuropa. Die anderen beiden sind Grönland (auch Dänemark) und die in der Ostsee gelegenen Aland-Inseln (Finnland). Haupteinnahmequellen der Färöer sind Fischfang, Schafzucht und Tourismus.

In Österreich sind die Inseln wegen der Niederlage im Qualifikationsspiel zur Fußball-EM vor 25 Jahren (12. September 1990 im schwedischen Landskrona) in schmerzlicher Erinnerung. Der scheidende Regierungschef Kaj Leo Johannesen saß damals als Ersatztorhüter von "Zipfelmütze"-Legende Jens Martin Knudsen auf der Bank.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 12:23 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/faeroeer-inseln-vor-regierungswechsel-48252472

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