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Faymann will Zahlungsaufschub für Griechenland

Faymann fordert Maßnahmenpaket Salzburg24
Faymann fordert Maßnahmenpaket

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) kann sich zur Lösung der Schuldenprobleme Griechenlands einen Zahlungsaufschub für die Rückzahlung der Hilfskredite vorstellen. Es brauche ein "Maßnahmenpaket" zur Stabilisierung des Krisenstaates für die nächsten fünf Jahre, das im Austausch für den Zahlungsaufschub "strenge Regeln und Bedingungen" vorsehe, sagte Faymann laut der Zeitung "Österreich".

Faymann warnte vor einer Pleite Griechenlands. Es bestehe "Ansteckungsgefahr für andere Länder", sagte er "Österreich". Ein neues Maßnahmenpaket bedeute nicht, dass die Regierung in Athen ihre Schulden gestrichen bekomme. "Die Griechen sollen nicht gar nichts zahlen, aber man sollte ihnen für diese fünf Jahre weitgehenden Zahlungsaufschub gewähren. Dazu sollte man ein Paket schnüren, dass Sparen und Reformen vorsieht aber auch Investitionen möglich macht."

Eine Sprecherin Faymanns stellte auf Anfrage der APA klar, dass der Vorschlag des Kanzlers nicht auf die laufende Frist mit 30. Juni bezogen sei. Bis zu diesem Zeitpunkt muss sich Athen mit seinen Geldgebern auf Reformzusagen einigen, um die letzte Tranche des zweiten Rettungspakets in der Höhe von 7,2 Milliarden Euro ausbezahlt zu bekommen. Danach solle eine "längerfristige Lösung" getroffen werden, sagte Kanzler-Sprecherin Susanna Enk.

Der Kanzler will nach früheren Angaben noch im Juni den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Athen besuchen. Faymann werde dort aber keine Vermittlerrolle im Schuldenstreit spielen, sagte seine Sprecherin.

Aus Wiener Regierungskreisen hieß es, die Gespräche der Geldgeber über eine längerfristige Lösung liefen bereits. "Es setzt sich bei (der deutschen Kanzlerin Angela) Merkel, (dem französischen Präsidenten Francois) Hollande und (EU-Kommissionschef Jean-Claude) Juncker immer mehr die Überzeugung durch, dass es nachher noch was braucht, einen weiteren Plan für fünf Jahre", sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Auch EZB-Chef Mario Drahi und IWF-Chefin Christine Lagarde seien an den Diskussionen beteiligt.

In der Vergangenheit ist immer wieder über ein drittes Rettungspaket mit weiteren Hilfskrediten für Griechenland spekuliert worden. Dagegen gibt es aber Widerstand in einigen Euro-Staaten.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.04.2021 um 10:54 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/faymann-will-zahlungsaufschub-fuer-griechenland-47393038

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