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Ermittlungen

Kathedrale von Nantes: Brandstiftung vermutet

Polizei nimmt Mann in Gewahrsam

Nach dem Großbrand in der Kathedrale im westfranzösischen Nantes hat die Polizei einen Mann in Gewahrsam genommen. Der Mann sei für die Schließung der Kathedrale am Freitagabend verantwortlich gewesen, weshalb die Ermittler "bestimmte Aspekte seines Tagesablaufs" klären wollten, sagte der Staatsanwalt Pierre Sennes am Sonntag.

Aussagen dazu, ob der Mann an der mutmaßlichen Brandstiftung beteiligt gewesen sei, seien jedoch "verfrüht", betonte er.

Feuerwehreinsatz bei Kathedrale in Nantes

Die Feuerwehr war gegen 7.45 Uhr am Samstagmorgen von Passanten alarmiert worden, die Flammen hinter der Fensterrose des Gotteshauses sahen, wie die Feuerwehr mitteilte. Rund hundert Feuerwehrleute waren daraufhin im Einsatz und brachten den Brand nach etwa zwei Stunden unter Kontrolle. Auf Fernsehbildern war eine riesige schwarze Rauchwolke zu sehen, die zwischen den Türmen der Kathedrale im historischen Zentrum von Nantes aufstieg. Außer der Orgel wurden Kirchenfenster und Kunstobjekte durch den Brand zerstört.

Ermittler sehen Verdacht der Brandstiftung

Staatsanwalt Pierre Sennès sagte, die Ermittler gingen dem Verdacht der Brandstiftung nach. Die drei Brandherde seien weit voneinander entfernt gewesen. Eine Stelle, an der Feuer ausbrach, sei bei der großen Orgel gewesen. Die Distanz zu den anderen Brandherden sei "fast die ganz Länge der Kathedrale". Bei ersten Untersuchungen der Ermittler seien aber keine Einbruchspuren an den Zugängen gefunden worden.

Kathedrale von Nantes: Schaden an Orgel

Nach Angaben der Feuerwehr konzentriert sich der Schaden auf die große Orgel. Feuerwehrchef Laurent Ferlay sagte, mit dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame im vergangenen Jahr sei das Feuer in der Peter-und-Paul-Kathedrale von Nantes nicht vergleichbar. Das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt war bei einem verheerenden Brand im April 2019 schwer beschädigt worden und befindet sich seither im Wiederaufbau.

Großbrand vor 48 Jahren

Die Schäden seien auch nicht so enorm wie jene nach einem Großbrand in der Peter-und-Paul-Kathedrale vor 48 Jahren, sagte Ferlay weiter. Damals sei das Dach so schwer beschädigt worden, dass eine Beton-Bewehrung habe eingesetzt werden müssen. Die Renovierungsarbeiten an dem Gotteshaus dauerten 13 Jahre.

Frankreichs neuer Premierminister Jean Castex besuchte Nantes am Nachmittag. Zunächst müssten die Ermittlungen geführt werden, sagte er. Dann gehe es um die "schnellstmögliche" Renovierung, für die er die Unterstützung des Staates zusagte. Präsident Emmanuel Macron dankte den Feuerwehrleuten im Kurzbotschaftendienst Twitter für ihren Einsatz. Die Einsatzkräfte nähmen viele Risiken in Kauf, "um das gotische Juwel der Herzogen-Stadt zu retten", schrieb Macron.

(Quelle: Apa/Ag.)

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