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Flachau und Zauchensee planen Mega-Seilbahn

Im Salzburger Pongau wollen die Liftgesellschaften Flachau und Zauchensee die derzeit längste Drei-Seil-Umlaufbahn der Welt errichten. Die sieben Kilometer lange Verbindung soll den Bereich der Lisaalm in Flachau und den Rosskopf in Zauchensee verbinden, sagten die Geschäftsführer Ernst Brandstätter (Flachau) und Veronika Scheffer (Zauchensee) am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts.

Die Bahn wird zwischen den beiden Einsteig- und Aussteigstationen mit einer Umlenkstation und nur fünf Liftstützen auskommen und die Tauernautobahn überspannen. Für die 7,2 Kilometer lange Strecke zwischen Flachau und Zauchensee benötigen die Wintersportler 19 Minuten. Pro Stunde kann die Seilbahn mit 68 Kabinen bis zu 3.000 Personen befördern. Die Stützen werden zwischen 21 und 90 Meter hoch sein. Das längste Spannfeld zwischen zwei Stützen wird zweieinhalb Kilometer lang sein, die Gäste in bis zu 310 Meter Höhe über dem Boden schweben. Neue Pisten sind nicht geplant, es soll lediglich eine Liftverbindung entstehen.

Um von Flachau nach Zauchensee zu gelangen, müssen Wintersportler derzeit den Skibus oder das eigene Auto benützen. In der vergangenen Saison wechselten rund 140.000 Personen zwischen den beiden Skigebieten, rechnete Brandstätter vor. Eine Liftverbindung reduziere den Pkw- und Busverkehr und entspreche dem Wunsch der Gäste, argumentierte der Seilbahnmanager. Die Investitionen - immerhin geht es um rund 50 bis 60 Mio. Euro - seien mit einem minimalen Eingriff in die Natur verbunden, versuchte der Geschäftsführer kritischen Stimmen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die beiden Hauptstationen befänden sich in den bestehenden Skigebieten, lediglich die Umlenkstation werde außerhalb der schon erschlossenen Gebiete errichtet. Es seien kaum Rodungen nötig, der Flächenverbrauch mit 2,6 Hektar sehr gering.

Die Arge Ski, die neue Liftprojekte im Bundesland Salzburg begutachtet, habe die Seilbahn bisher positiv beurteilt, berichtete Scheffer. Es seien noch Unterlagen zum Vogelflug sowie zur Auswirkung auf andere Tiere nachzubringen. Als nächsten Schritt werde man die naturschutzrechtlichen Verhandlungen für das Projekt angehen, sagte Brandstätter. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt das Projekt wegen des geringen Flächenverbrauchs nicht.

Die neue Seilbahn sei für die Weiterentwicklung des Wintertourismus in der gesamten Region notwendig, argumentierten Brandstätter und Scheffer. Es gehe um 1,6 Millionen Nächtigungen und die Auslastung von 25.000 Gästebetten. "Wir konkurrieren mit Skigebieten in Frankreich und Italien", gab Scheffer zu bedenken. Die beiden privaten Liftgesellschaften haben mittlerweile eine gemeinsame Errichtungsgesellschaft für die Umlaufseilbahn gegründet. Geht alles nach Plan, dann sollen im Winter 2017/18 erstmals Skisportler zwischen den beiden Tourismusorten über das Tal schweben.

(Quelle: S24)

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