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Flüchtlinge in Ägäis ertrunken - weiter hoher Ansturm

Der Flüchtlingsansturm auf Inseln wie Kos bleibt enorm Salzburg24
Der Flüchtlingsansturm auf Inseln wie Kos bleibt enorm

In der Ägäis sind mindestens elf Flüchtlinge bei der Überfahrt von der Türkei auf die griechische Insel Kos ertrunken. Türkischen Medienberichten zufolge wurden nach dem Untergang von zwei Flüchtlingsbooten in der Nähe des Badeortes Bodrum noch fünf Menschen vermisst. Die türkische Küstenwache ist noch auf der Suche. Unterdessen hält der Flüchtlingsansturm auf Griechenland weiter an.

Beim Untergang eines Bootes vor der türkischen Küste starben sieben der 16 Migranten an Bord. Vier konnten von der Küstenwache gerettet werden, fünf werden noch vermisst. Beim Untergang eines zweiten Bootes mit sechs Menschen an Bord starben eine Frau und drei Kinder. Zwei weitere Flüchtlinge schafften mithilfe von Schwimmwesten den Weg zurück zur türkischen Küste.

Der Weg der syrischen Flüchtlinge führt von der Türkei aus über Griechenland und dann weiter über die sogenannte Westbalkan-Route mit Mittel-, Nord- und Westeuropa als endgültiges Ziel. Hilfsorganisationen schätzen, dass allein im August pro Tag rund 2.000 Menschen versucht haben, die vergleichsweise kurze Meerpassage zwischen türkischem Festland und griechischen Inseln zu überwinden. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) geht davon aus, dass heuer über 2.500 Menschen bei dem Versuch ertrunken sind, das Mittelmeer zu überqueren.

Mehr als 4.300 zumeist syrische Flüchtlinge sind unterdessen in der griechischen Hauptstadt Athen eingetroffen. Die von griechischen Inseln kommenden Migranten trafen mit zwei Schiffen von der Insel Lesbos im Athener Hafen Piräus ein, wie die Hafenpolizei mitteilte. Ein Schiff mit 1.800 Menschen habe am Dienstagabend festgemacht, während das zweite Schiff mit 2.500 Flüchtlingen an Bord im Morgengrauen eingelaufen sei.

Auf Inseln der Ostägäis herrschen teils chaotische Zustände. Hunderte Migranten schlafen im Freien und werden nicht richtig versorgt, weil die griechischen Behörden kein Geld haben. Betroffen sind vor allem die Inseln Leros, Kos, Lesbos, Kalymnos, Samos und Agathonisi.

Die Flüchtlingskrise dürfte Thema bei einem Treffen in Athen zwischen griechischen Regierungsvertretern und dem EU-Vizekommissionspräsidenten Frans Timmermans sowie dem für Flüchtlinge zuständigen EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sein. Die EU-Kommission will kommende Woche in einem neuen Anlauf zur Bewältigung der Flüchtlingskrise erneut ein festes Verteilungssystem für die Europäische Union vorschlagen.

Seit Wochen versuchen Tausende hauptsächlich aus Syrien, Irak und Afghanistan stammende Flüchtlinge, mit Schlauchbooten über die Ägäis nach Griechenland zu gelangen. Die Insel Kos liegt nur rund fünf Kilometer vom türkischen Festland entfernt; dennoch ist die Überfahrt in den zumeist überfüllten und seeuntüchtigen Schlauchbooten lebensgefährlich. Die türkische Küstenwache rettete allein von Mitte Juli bis Mitte August mehr als 18.000 Flüchtlinge aus dem Wasser. Die Türkei bietet fast zwei Millionen syrischen Flüchtlingen, rund 225.000 Irakern und mehr als 100.000 Afghanen Zuflucht.

(Quelle: S24)

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