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Flüchtlingsdrama auf A4: Weitere Festnahmen, Reisepässe sichergestellt

Ermittlungen nach Flüchtlingstragödie laufen Salzburg24
Ermittlungen nach Flüchtlingstragödie laufen

Im Fall um die 71 toten Flüchtlinge, die vergangenen Donnerstag auf der A4 in Neusiedl am See entdeckt wurden, können die Behörden einen Zwischenerfolg melden. Am Dienstag wurden zwei weitere Festnahmen bestätigt. Somit wurden bisher sieben Schlepper in diesem Zusammenhang gemeldet. Indes stellten Ermittler Reisedokumente der Opfer sicher und hoffen auf Aufschlüsse bei der Identifikation.

Im Flüchtlingsdrama auf der A4 hat es weitere zwei Festnahmen gegeben. Das teilte Verena Strnad, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt (StA) am Dienstag auf Anfrage der APA mit. Bei einer Person handle es sich um jenen Mann, der noch per Europäischen Haftbefehl gesucht worden war. Er wurde in Bulgarien festgenommen.

Festnahmen in Ungarn und Bulgarien

"Nun müssen die bulgarischen Behörden dieses abwickelnde Verfahren noch durchführen, was die Übergabe der Person betrifft", sagte Strnad. Für die zweite festgenommene Person war ein weiterer, fünfter Europäischer Haftbefehl ausgestellt worden. Dieser Mann wurde in Ungarn festgenommen, hieß es. Ob es weitere Festnahmen von der ungarischen Behörde bzw. Polizei gab, konnte zunächst nicht bestätigt werden.

In der Nacht auf Sonntag war in Ungarn ein fünfter Verdächtiger festgenommen worden. Zuvor klickten bereits am Donnerstag für vier Verdächtige in Ungarn die Handschellen. Über diese vier Personen war am Samstag vom Kreisgericht der südungarischen Stadt Kecskemet Untersuchungshaft verhängt.

Flüchtlingsdrama: Reisedokumente sichergestellt

Im Zuge der Obduktionen der 71 Flüchtlinge, die am Donnerstag tot in einem Kühltransporter auf der A4 im Bezirk Neusiedl am See entdeckt worden sind, wurden mehrere Reise- und Ausweisdokumente sichergestellt, so die Polizei am Dienstag. Die Exekutive kündigte außerdem für Freitag eine Pressekonferenz an.

Papiere wahrscheinlich gefälscht

"Es wurden mehrere Reise- und Ausweisdokumente sichergestellt, die die Menschen bei sich hatten. Aufgrund dessen steht die Identität allerdings noch lange nicht fest, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass es sich dabei um deren tatsächliche persönliche Dokumente handelt. Die Obduktionen und Identitätsfeststellungen laufen nach wie vor", sagte Polizeisprecher Gerald Pangl.

Gedenkmarsch für 71 Opfer

Nach dem Flüchtlingsdrama-Gedenkgottesdienst am Montagabend im Stephansdom in Wien wird auf Facebook derzeit zu einem Trauermarsch in Eisenstadt geladen. Auf Initiative der Refugees in Eisenstadt wolle man gemeinsam vom Domplatz bis zur Landespolizeidirektion in der Neusiedler Straße gehen. "Im stillen Gedenken an 71 Menschen, die hoffentlich ihr Leben nicht umsonst gelassen haben", heißt es in der Veranstaltungseinladung der Pannonischen Tafel, die sich derzeit auch um Flüchtlinge kümmert.

Am Freitag ist seitens der Landespolizeidirektion Burgenland in Eisenstadt eine Pressekonferenz geplant. Eine Einladung an die Medien werde folgen, hieß es.

(APA)

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(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 10:52 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/fluechtlingsdrama-auf-a4-weitere-festnahmen-reisepaesse-sichergestellt-48240727

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