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Flüchtlingslager Moria auf Lesbos droht die Schließung

Die Lage im Lager verschlimmert sich immer mehr APA (AFP)
Die Lage im Lager verschlimmert sich immer mehr

Gewalt, Selbstmordversuche, ein Leben zwischen Exkrementen und Müll: Angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Flüchtlingslager Moria hat der Regionalrat der Nördlichen Ägäis mit der Schließung des Lagers auf der Insel Lesbos gedroht.

Das Lager mit einer Kapazität von 3.000 Personen werde von bis zu 9.000 Menschen bevölkert, die einen Asylantrag gestellt hätten, berichten griechische Medien. Viele Flüchtlinge seien zufolge erkrankt, müssten Misshandlungen oder sexuelle Gewalt erdulden. Zahlreiche Bewohner des Lagers hätten auch psychische Probleme, und es sei zu zahlreichen Selbstmordversuchen unter Minderjährigen gekommen, berichtete der Fernsehsender "Sky". Insgesamt 3.000 Kinder lebten in dem Lager.

Migrationsminister Dimitris Vitsas hat vor diesem Hintergrund angekündigt, das Lager zu entlasten. Bis Ende September sollen 2.000 Asylsuchende die Insel verlassen haben, im Oktober 1.000 weitere. Verschärft wird die Lage auch durch den herannahenden Winter, da die Zeltunterkünfte unzureichenden Schutz vor Kälte bieten. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" spricht daher von einer "Notsituation" in Moria, auch EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos hat die dortige Lage als "sehr problematisch" eingestuft.

(APA)

Aufgerufen am 14.12.2018 um 07:52 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/fluechtlingslager-moria-auf-lesbos-droht-die-schliessung-60288145

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