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Flughafen auf Bali bleibt wegen Vulkanasche geschlossen

Wegen des drohenden Vulkanausbruchs auf der indonesischen Insel Bali bleibt der Flughafen dort den zweiten Tag in Folge geschlossen. Der Flughafen Ngurah Rai werde mindestens bis Mittwoch früh (Ortszeit) den Betrieb ruhen lassen, teilte der Betreiber am Dienstag mit. Auf den An- und Abflugrouten seien Vulkanasche-Wolken zu erwarten, was den Flugbetrieb gefährde.

Hunderte Flüge mussten bereits gestrichen werden. Auf Bali halten sich derzeit laut dem Außenministerium in Wien auch rund 550 österreichische Touristen auf. Die österreichische Botschaft hat einen Mitarbeiter auf die Insel geschickt. "Wir helfen vor allem bei der Logistik", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll der APA. Insgesamt ist die Lage übersichtlich.

Flughafen bleibt weiter geschlossen

Laut Außenministerium sollte der Flughafen von Denpasar zunächst bis Dienstag um 7.00 Uhr Ortszeit geschlossen bleiben. Abhängig von der Wanderung der Aschewolke müsse jedoch mit weiteren Schließungen von Flughäfen und mit Flugstreichungen gerechnet werden. Der Flughafen auf der ebenfalls bei Urlaubern beliebten Insel Lombok östlich von Bali war am Sonntagnachmittag vorübergehend geschlossen worden.

Reisende sollen in ihrer Unterkunft bleiben

Das Außenministerium empfiehlt, direkt die jeweilige Fluglinie bzw. das Reisebüro und gegebenenfalls die Reiseversicherung zu kontaktieren. Reisende sollen nach Möglichkeit in Ihrer Unterkunft bleiben und sich erst dann zum Flughafen, wenn geklärt ist, ob der Flug stattfinden kann. Aktuelle Informationen des Flughafens gibt dieser via Twitter bekannt.

Behörden riefen höchste Warnstufe aus

Der Vulkan Agung stößt seit einigen Tagen eine Rauch- und Aschewolke aus, am Montag stieg die Wolke 3.400 Meter hoch in den Himmel. Die Behörden riefen deshalb bereits die höchste Warnstufe aus. In nahegelegenen Dörfern ging Asche nieder, tausende Schutzmasken wurden an die Einwohner verteilt. Die zahlreichen Notunterkünfte füllten sich zusehends. "Ich bin beunruhigt, weil ich mein Haus zurückgelassen habe", sagte der 36-jährige Bauer Putu Suyasa, der ebenfalls geflohen war.

"Explosive Eruptionen" und Feuerstrahlen

Es seien andauernd Erschütterungen zu spüren, berichtete der staatliche Vulkanologe Gede Suantika. Die Katastrophenschutzbehörde erklärte, der Asche-Ausstoß am Mount Agung sei gelegentlich begleitet von "explosiven Eruptionen" und einem "schwachen Dröhngeräusch". Nachts würden zunehmend Feuerstrahlen beobachtet. "Das deutet darauf hin, dass die Gefahr eines größeren Ausbruchs imminent ist."

Sperrzone wurde erweitert

Die Sperrzone wurde von sieben auf zehn Kilometer im Umkreis des Vulkans erweitert. Die Regierung forderte rund 100.000 Anrainer auf, die Umgebung des Vulkans zu verlassen. Rund 40.000 Bewohner seien bereits aus dem Gefahrengebiet geflohen, teilte die indonesische Katastrophenschutzbehörde am Montag mit. Diese Zahl müsse jedoch noch mehr als verdoppelt werden.

"Müssen Insel verlassen und können nicht"

Im Flugverkehr kam es bereits am Wochenende zu Beeinträchtigungen. Am Montag wurde der Flughafen in der Inselhauptstadt Denpasar geschlossen. Bereits mehr als 59.000 Menschen waren von Flugstreichungen betroffen. Flughafenmanager Yanus Suorayogi sagte, es müsse sichergestellt sein, dass auf den Start- und Landebahnen keine Asche liege. Der argentinische Urlauber Juan Gajun äußerte Unverständnis: "Wir müssen die Insel verlassen und können es nicht."

1.600 Tote bei letztem Ausbruch

Beim bisher letzten Ausbruch des Vulkans Agung waren 1963 fast 1.600 Menschen ums Leben gekommen. Im September war der Vulkan wieder aktiv geworden, schon damals wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. 140.000 Menschen im Umkreis des Vulkans wurden damals in Sicherheit gebracht. Ende Oktober hatte die Aktivität des Agung zwischenzeitlich wieder abgenommen.

(APA/ag.)

(Quelle: S24)

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