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Oldtimer-Flieger

Untersuchungen nach Flugzeugabsturz gestartet

Trauer um verunglückten "Flying Bulls"-Piloten

Nach dem Absturz einer Maschine der "Flying Bulls" in Tschechien hat das staatliche Institut für die Untersuchung von Flugunfällen (UZPLN) in Prag mit der Erhebung der Ursachen und Umstände des Unfalls begonnen. Der Pilot kam bei dem Unglück am Sonntag ums Leben.

Salzburg

Wie die tschechische Polizei berichtete, war die 1954 gebaute North American T-28B "Trojan" kurz vor 17 Uhr bei Jickovice in einem Waldstück zerschellt. Der Pilot kam bei dem Unglück ums Leben, ein Passagier erlitt schwere Verletzungen.

20140505_PD0963.HR (1).jpg APA/Barbara Gindl/Archiv
Das Flugzeug ist hinter dem Pkw das wichtigste Verkehrsmittel geworden. (SYMBOLBILD)

"Flying Bulls"-Pilot stirbt bei Absturz

Ein Pilot der "Flying Bulls" aus Salzburg ist Sonntagnachmittag in Tschechien abgestürzt und dabei getötet worden. Das berichtete ORF online am Abend.

Verletzter ins Krankenhaus gebracht

Über den Gesundheitszustand des 1975 geborenen Mannes lagen Montagfrüh noch keine Informationen vor. Die Retter hätten ihn allerdings akut vorklinisch versorgen müssen, sagte eine Sprecherin der Rettung gegenüber der Tageszeitung "Deník". Der Verletzte wurde mit dem Hubschrauber in ein Prager Krankenhaus transportiert.

Unfall bei Rückflug von Flugshow

Der Zweisitzer befand sich gestern am späten Nachmittag mit drei weiteren Maschinen auf dem Rückweg von einer Flugshow in Leszno (Polen) zur Heimatbasis in Salzburg, als es zu dem Unfall kam. Gegenüber "Deník" sagte ein Augenzeuge, dass er ein Flugzeug kreisen und dann nur noch rauchen gesehen habe. Die Maschine zerbrach am Boden in mehrere Teile und fing zu brennen an.

Kunstflugzeug seit 2001 in Salzburg

Die kunstflugtaugliche und 1.425 PS starke T-28B wurde 1954 gebaut und war bis 1965 bei der US-Navy als Trainingsmaschine im Einsatz. In den 1980er-Jahren wurde sie vom Salzburger Flieger Siegfried Angerer in den USA aufgespürt, gekauft, zerlegt, nach Europa verschifft und wieder zusammengebaut. Seit 2001 befand sich das Flugzeug in Salzburg.

Laut Homepage der "Flying Bulls" war die zuletzt oliv-schwarz lackierte Propellermaschine der Beginn und die Keimzelle der Sammlung flugfähiger historischer Flugzeuge. Die "Flying Bulls" sind eine private Flugzeugflotte, die dem österreichischen Unternehmer, Milliardär und Flugzeugliebhaber Dietrich Mateschitz gehört.

"Flying Bulls" trauern um Piloten

"Mit großer Trauer müssen wir den Tod unseres Piloten bekanntgeben, der über dem tschechischen Dorf Zvíkovské Podhradí abgestürzt ist", teilten die "Flying Bulls" am Montag der APA in einer schriftlichen Stellungnahme mit. "Er war ein sehr respektierter und erfahrener Pilot und ein guter Freund von uns allen." Dem verletzten Passagier wünsche man eine schnelle und vollständige Genesung. "Wir sind sehr schockiert und traurig über diese Tragödie. Unsere Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Verunglückten." Die APA hat sich entschieden, anders als die "Flying Bulls" den Namen des Verstorbenen nicht zu nennen.

Tödlicher Absturz im Jahr 2013

Der Unfall ist nicht der erste von "Flying Bulls"-Flugzeugen oder Hubschraubern. Am 1. Mai 2013 stürzte ein BD5-Microjet nahe Baumkirchen (Bezirk Innsbruck-Land) ab. Dabei wurde der Pilot getötet. Die nicht einmal vier Meter lange Maschine war am Rückweg von einer Flugvorführung im Zillertal. Der Pilot hatte vor dem Crash Probleme mit dem Triebwerk gemeldet und eine Notlandung angekündigt. Das Manöver misslang, das Flugzeug prallte beim Versuch auf einem Feld zu landen gegen einen Hang.

Deutlich glimpflicher verlief am 27. Mai 2017 ein Unfall mit einem Hubschrauber der Flotte. Die AH-1 Cobra der Flying Bulls touchierte bei der Landung auf dem Flugplatz Reutte-Höfen mit den Rotorblättern das Dach einer Tankstelle. Der äußert erfahrende Pilot sagte laut Abschlussbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes, der Hubschrauber könnte vom böigen Wind beim Aufsetzen mit den Kufen Richtung Gebäude gerutscht sind, er räumte allerdings auch eine mögliche Fehleinschätzung bezüglich des Abstandes zum Tankstellengebäude ein. Teile der Rotorblätter wurden bis zu 160 Meter weit geschleudert. Weder der Pilot noch rund 20 Personen, die hinter einer Abzäunung in unmittelbarer Nähe des Unfallorts standen, wurden verletzt. Der Hubschrauber wurde nach dem Unfall repariert und ist seit wenigen Wochen wieder einsatzfähig.

(Quelle: APA)

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