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Medizin

Forscher bauen Lunge auf Labor-Chip

Neues Modell, um Tierversuche zu reduzieren

symb_zelle Pixabay
Eine künstliche Lunge ist im Labor auf einem Chip "gebaut" worden. (SYMBOLBIDL)

Ein schweizerisch-deutsches Forschungsteam hat eine Art künstliche Lunge entwickelt, die auf einem Chip Platz findet. Das Modell könnte dazu dienen, Tierversuche zu reduzieren, Medikamente zu testen und Lungenerkrankungen besser zu erforschen, wie die Universität Bern am Montag mitteilte.

Die Blut-Luft-Schranke bezeichnet die dünne Schicht, die in der Lunge den luftgefüllten Raum der Lungenbläschen von dem Blut in den Kapillaren trennt. Nicht nur der lebenswichtige Sauerstoff gelangt so über die Lungen in den Körper, sondern auch Medikamente in den Blutkreislauf. Um diese Transportwege besser zu verstehen, verbesserten Forscher der Universität und des Inselspitals Bern gemeinsam mit Kollegen der Infektionsforschung des Helmholz-Zentrums in München ein Modell einer sogenannten Lunge-auf-Chip.

Membran aus Kollagen und Elastin

Dieses basiert auf einer dehnbaren Membran aus Kollagen und Elastin und bildet eine Ansammlung von winzigen Lungenbläschen nach, die aus gesunden oder kranken Zellen kultiviert werden können. Die Elastizität der Membran ermögliche, Atembewegung durch mechanisches Dehnen der Zellen zu simulieren, wurde Pauline Zamprogno von der Uni Bern zitiert.

Lungenfibrose nachbilden

Sie und ihr Team möchten die Entwicklung laut der Mitteilung nun weiter vorantreiben, um eine Lunge mit idiopathischer Lungenfibrose nachzubilden. Diese chronische Erkrankung führt zu einer fortschreitenden Vernarbung des Lungengewebes.

Die Forscher hoffen, dass mit ihrem System künftig Tierversuche reduziert, neue Therapien entwickelt und maßgeschneiderte Behandlungen für Patienten bestimmt werden können. Ihre Entwicklung stellten sie im Fachmagazin "Communications Biology" vor.

(Quelle: APA)

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