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Forscher: Schon alte Römer fingen Wale

Moderner Walfang ist umstritten. dpa/Mark Voiter
Moderner Walfang ist umstritten.

Walfang wurde womöglich schon von den alten Römern betrieben und damit tausend Jahre früher als gedacht: Forscher fanden südlich von Spanien Knochen von Grau- und Glattwalen, wie sie am Mittwoch in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" schrieben.

Der Fund lege nahe, dass die beiden Arten bereits vor rund 2.000 Jahren im Nordatlantik "verbreitet" waren, schrieben die Wissenschafter. Das wiederum könne bedeuten, dass bereits im Römischen Reich die Grundlage für eine "vergessene Walfang-Industrie" gelegt worden sei. Bisher gingen Forscher davon aus, dass die im nördlichen Spanien und südwestlichen Frankreich lebenden Basken vor etwa tausend Jahren als erste im großen Stil Walfang betrieben. Der jüngste Knochenfund stellt diese Annahme laut dem Forschungsteam jedoch infrage.

"Die Römer könnten die beiden Spezies auf die selbe Art und Weise gejagt haben, wie es die Basken tausend Jahre später taten", erläuterte die Wissenschafterin Ana Rodrigues. Damals seien Wale aus Ruderbooten mit Harpunen und Speeren gejagt worden.

Glattwale zum größten Teil ausgerottet

Glattwale wurden zum großen Teil im östlichen Nordatlantik durch den kommerziellen Walfang ausgerottet, erklärten die Wissenschafter. Heute gibt es nur noch etwa 500 atlantische Nordkaper, wie die Glattwale in der Region heißen - weniger als sechs Prozent der geschätzten ursprünglichen Population.

Myteriöses Verschwinden der Grauwale

Grauwale verschwanden laut den Forschern im Laufe der Zeit unter "immer noch mysteriösen Umständen". Der jüngste Fund könnte dieses Rätsel lösen: Bisher war unklar, wieso der Grauwal bereits vor Beginn des Walfangs durch die Basken kaum mehr auftauchte. Womöglich waren es den Forschern zufolge die Römer, die dazu beitrugen.

(APA/AFP)

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