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Frankreich nicht mehr deutscher größter Exportkunde

Diplomatisch sind die beiden Staaten einander näher als wirtschaftlich Salzburg24
Diplomatisch sind die beiden Staaten einander näher als wirtschaftlich

Frankreich verliert nach mehr als einem halben Jahrhundert seinen Status als wichtigster Kunde der deutschen Wirtschaft. Beflügelt vom schwachen Euro zogen die Ausfuhren in die USA im ersten Halbjahr 2015 um fast 24 Prozent auf knapp 56 Mrd. Euro an. Damit löst die weltgrößte Volkswirtschaft erstmals Frankreich als wichtigsten Absatzmarkt für Waren "Made in Germany" ab.

Die Geschäfte mit Frankreich wuchsen nur um rund 4 Prozent auf knapp 53,5 Mrd. Euro. "Eine Ära geht damit zu Ende", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Mittwoch.

Seit 1961 war Frankreich ununterbrochen der größte Abnehmer deutscher Waren. Das wird sich nach einer Prognose des DIHK dauerhaft ändern. "Der Aufstieg der USA an die Spitze ist keine Eintagsfliege", sagte Treier. "Die werden sich vorerst oben festsetzen. Das ist auch ein Beleg unserer Exportstärke, wenn ein geografisch so weit entfernter Markt zur Nummer eins aufsteigt."

Ein Grund dafür ist das robuste US-Wachstum. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2015 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 2,5 Prozent und für 2016 mit 3,0 Prozent, während für Frankreich nur ein halb so hohes Tempo prognostiziert wird. "Wir sehen zudem eine Re-Industrialisierung in den USA: Dort werden wegen der niedrigen Energiekosten viele neue Fabriken und Produktionsstätten hochgezogen", so Treier. "Dafür werden Maschinen und Ausrüstungen aus deutscher Produktion benötigt."

Hilfreich sei zudem der schwächelnde Euro, der binnen eines Jahres rund 13 Prozent zum Dollar abgewertet hat. "Das kurbelt den Absatz zusätzlich an", ergänzte Treier. "Die Amerikaner sind relativ preissensible Käufer, auch wenn es um Luxusprodukte wie deutsche Autos geht." Der schwächere Euro macht deutsche Waren in Übersee billiger.

(Quelle: S24)

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