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Frau von vermisstem Ex-Interpolchef Meng fürchtet um dessen Leben

Meng Hongwei war Ende September nach China gereist APA (Archiv/AFP)
Meng Hongwei war Ende September nach China gereist

Die Frau des verschwundenen ehemaligen Interpol-Präsidenten Meng Hongwei fürchtet um sein Leben und um die eigene Sicherheit. In einem Interview mit der BBC sagte Grace Meng, ihrer Meinung nach gehe es in dem Fall um "politische Verfolgung". Sie sei sich nicht sicher, ob ihr Mann noch lebe. Ihren Kindern sage sie, dass sich ihr Vater auf einer "langen Geschäftsreise" befinde.

Mengs Frau führte aus, dass sie am Telefon bedroht worden sei. "Sie sind grausam. Sie sind schmutzig", fügte sie hinzu. China kenne bei der Verfolgung von Gegnern "keine Grenzen". Dagegen müsse sie sich erheben, das sei sie auch anderen Frauen und Kindern schuldig. Aus Angst um ihre Sicherheit führte Grace Meng das Interview so, dass nur ihre Umrisse zu sehen waren. Ihre Äußerungen gelten als mutig. Es ist selten, dass sich Angehörige von kaltgestellten Funktionären überhaupt öffentlich äußern.

Meng seit Ende September verschwunden

Meng Hongwei war Ende September von Frankreich nach China gereist. Seine Frau meldete ihn seither als vermisst. Am 7. Oktober teilte die chinesische Justiz mit, dass sie gegen Meng wegen des "Verdachts auf Gesetzesverstöße" ermittle. Kurz darauf ging am Interpol-Sitz im französischen Lyon eine Erklärung ein, in der Meng "mit sofortiger Wirkung" seinen Rücktritt als Chef der internationalen Polizeibehörde erklärte.

Später hieß es, gegen Meng werde wegen des Verdachts auf Korruption ermittelt. Meng hatte in China hohe Ämter bekleidet, bevor er 2016 an die Spitze von Interpol wechselte. Die Regierung in Peking geht seit einiger Zeit hart gegen Korruption vor. Unter Präsident Xi Jinping sind in China bereits mehrere ranghohe Beamte verschwunden. Oft tauchten sie nach einigen Monaten als Angeklagte vor Gericht auf.

(APA/ag.)

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