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Frauen stoßen auch in Schülervertretungen auf Glasdecke

Schülerinnen kandidieren seltener für Schülervertretung Salzburg24
Schülerinnen kandidieren seltener für Schülervertretung

Obwohl Schülerinnen an AHS und BMHS in der Überzahl sind, kandidieren sie seltener für die Schülervertretung (SV) und werden noch seltener zur Schulsprecherin gewählt. Das zeigt eine am Mittwoch von der SP-nahen Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS) präsentierte Umfrage zum Geschlechterverhältnis in der Schülervertretung. Auf Landes- und Bundesebene nimmt die Anzahl der Schülervertreterinnen ab.

An der Erhebung nahmen 215 AHS und berufsbildende mittleren und höheren Schulen (BMHS) teil. Diese Schulen zählten im Schuljahr 2014/15 etwas mehr als 105.000 Schüler. Der Frauenanteil macht dort fast 55 Prozent aus, heißt es in der Studie.

Unter den Kandidaten bei den Schulsprecher-Wahlen fanden sich allerdings nur 44 Prozent Schülerinnen. Eine Schulsprecherin wurde nur an etwas weniger als 39 Prozent der teilnehmenden Schulen gewählt. Erster oder zweiter Stellvertreter wurden Schülerinnen allerdings relativ häufig (Anteil jeweils um die 47 Prozent).

Die Schulsprecher und deren Stellvertreter haben das Recht, für die Landesschülervertretung (LSV) zu kandidieren. Wahlberechtigt sind hier aber nur die Schulsprecher. Die Landesschulsprecher aller drei Schulformen (AHS, BMHS und Berufsschulen) bilden mit Vertretern von Schulen, die rechtlich direkt dem Bildungsministerium unterstellt sind, die Bundesschülervertretung (BSV). Die BSV-Mitglieder küren dann den Bundesschulsprecher.

Unter den LSV-Mitgliedern finden sich nur noch knapp unter 40 Prozent Frauen. Die sechs Landesschulsprecherinnen repräsentieren dann nur noch weniger als ein Viertel aller Landesschulsprecher. Daraus ergibt sich auch ein entsprechend niedriger Frauenanteil in der BSV. Das Amt des Bundesschulsprechers bekleidete in den vergangenen zehn Jahren nur drei Mal eine Frau.

Diese Ergebnisse würden zeigen, dass die "gläserne Decke" bereits in der Schule existiert. Frauen werde auf Schulebene "noch nicht immer zugetraut, eine leitende Funktion einzunehmen". Aufgrund fehlender weiblicher Vorbilder würden junge Frauen "prinzipiell entmutigt", so die AKS.

Um der Reproduktion der derzeitigen gesellschaftlichen Normen entgegen zu wirken, sollte etwa in Schulbüchern darauf geachtet werden, dass Geschlechterstereotypen nicht gefestigt werden. "Ein nächster Schritt wäre, die reflexive Koedukation verstärkt anzuwenden. Geschlechtergetrennter Unterricht stellt ein Element dieser dar." Auch die Einführung einer Frauenquote in den Vertretungsgremien wird in dem Papier angedacht.

(Quelle: S24)

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