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Frauenvolksbegehren startet mit Aufruf zur Mobilisierung

Auch aus der Politik gab es Zustimmung APA
Auch aus der Politik gab es Zustimmung

Mit einem Aufruf zur Mobilisierung sind die Initiatorinnen des Frauenvolksbegehrens am Montag in die Eintragungswoche gestartet. Bis kommenden Montag stehen rund 2.000 ehrenamtliche Aktivistinnen in ganz Österreich auf den Straßen, um die Menschen zur Unterschrift zu bewegen. Sogenannte "aktionistas" verteilen Info-Material, gehen gemeinsam auf "Beisl-Tour" und stehen bei Informationsständen.

Die Initiatorinnen haben einen Service eingerichtet, bei dem sich Freiwillige melden können, die dann in der laufenden Eintragungswoche in ihrer Region Flyer verteilen. "Insbesondere in den letzten Monaten, nicht zuletzt auch durch die Kürzungs- und Bevormundungspolitik der Regierung, haben sich viele Frauen und Männer jeden Alters bei uns gemeldet. Man merkt, die Emotionen sind bewegt - und so bewegen sich auch die Menschen", berichteten Sprecherin Andra Hladky und Projektleiterin Lena Jäger zum Auftakt bei einer Medienaktion auf der Wiener Mariahilferstraße.

Es gehe jetzt darum, "so stark wie möglich zu mobilisieren. Jede Stimme ist wichtig, jede Stimme zählt und jede einzelne Stimme mehr übt Druck aus, um tatsächlich die Dinge zu bewegen", appelliert Hladky, für das Frauenvolksbegehren zu unterschreiben. Als Ziel haben die Initiatorinnen insgesamt zumindest 650.000 Unterschriften ausgegeben, so viele wie das erste Frauenvolksbegehren 1997 erzielt hat. In der ersten Phase zur Einleitung des Volksbegehrens wurden bereits 247.436 Unterstützungserklärungen gesammelt.

Unterzeichnet hat am Montag auch bereits die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ). Sie bezeichnete es als "ganz wichtig, dass möglichst viele Frauen hingehen". Sie sieht ihre Unterstützung als "Zeichen der Solidarität mit allen Frauen in unserem Land". Die Forderungen würden zeigen, dass noch viel zu tun sei. Gerade bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bei Gewalt gegen Frauen werde das Rad möglicherweise wieder zurückgedreht. "Wir sind in der Frauenpolitik immer wieder mit Rückschritten konfrontiert." Man müsse sich nicht in jeder Forderung des Volksbegehrens voll wiederfinden, aber es "geht in die richtige Richtung und ist ein Zeichen, dass sich alle Frauen solidarisieren".

Auch die designierte SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger, sowohl das Raucher-Volksbegehren als auch das Frauenvolksbegehren zu unterstützen. Sie will sich "mit ganzer Kraft" für beide Initiativen einsetzen. Es brauche ein "klares Signal der Bevölkerung" für die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Im derzeitigen Tempo würde es bis zum Jahr 2050 dauern, bis sich die Lohnschere endlich schließt. "Das ist nicht akzeptabel. Auch hier braucht es ein klares Zeichen, dass wir uns im Jahr 2018 endlich volle Gleichberechtigung erwarten."

SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek und Frauengeschäftsführerin Andrea Brunner riefen ebenfalls zur Unterzeichnung auf. "Wir wollen, dass es für die Frauen in Österreich bergauf geht. Die schwarz-blaue Regierung hat frauenpolitisch den Rückwärtsgang eingelegt, aber wir halten dagegen", stellten Heinisch-Hosek und Brunner fest. "Gemeinsam sind wir im Kampf gegen frauenpolitische Rückschritte der schwarz-blauen Regierung stark. Denn wir alle lassen uns diese schwarz-blaue Politik des Drüberfahrens über gleichstellungsorientierte Politik nicht gefallen."

Für Maria Stern, Parteichefin und Frauensprecherin der Liste Pilz, die vor ihrem Wechsel in die Politik Sprecherin des Frauenvolksbegehrens war, ist eine Stimme für das Volksbegehren eine Stimme für Demokratie und sozialen Zusammenhalt: "Auch wer nur zwei Forderungen zustimmen kann, sollte unterschreiben", sagte Stern.

(APA)

Aufgerufen am 19.12.2018 um 04:31 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/frauenvolksbegehren-startet-mit-aufruf-zur-mobilisierung-60318463

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