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Freisprüche im Korneuburger Prozess um gefälschte Gemälde

In einem vor fast eineinhalb Jahren gestarteten Prozess um versuchten schweren Betrug mit gefälschten Gemälden renommierter internationaler Künstler wie u.a. Pablo Picasso sind die fünf Angeklagten am Dienstag am Landesgericht Korneuburg freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, daher ist die Entscheidung des Schöffensenats nicht rechtskräftig.

Wie die vorsitzende Richterin Xenia Krapfenbauer zu den Entscheidungsgründen ausführte, habe es eine verdeckte Ermittlung gegeben, ein Scheingeschäft. Zwei Angeklagte kamen mit 14 Exponaten und brachten fünf davon zu dem Treffen im Konferenzraum eines Hotels am Flughafen Wien in Schwechat. Nachdem sie drei Bilder aus einer Mappe gezogen hatten, erfolgte der Zugriff.

"Mehr wissen wir nicht und mussten uns in den vergangenen fünf Verhandlungstagen ein Bild machen", meinte die Richterin. Es sei trotz des umfangreichen Beweisverfahrens nicht mit der erforderlichen Sicherheit festzustellen, dass sich bei diesem "agent provocateur-Spiel" tatsächlich ein flotter Verkauf zu einem bestimmten Preis ohne Überprüfung der Echtheit der Bilder abspielen sollte. Vielmehr sei es, von Zeugenaussagen untermauert, wahrscheinlich, dass vor einer Veräußerung Expertisen von Sachverständigen einbezogen und Zertifikate beigeschafft worden wären. Es gebe also keinen Beweis für eine Täuschung und Bereicherungsabsicht. Die Beschuldigten hatten im Verfahren bis zuletzt beteuert, von der Echtheit der Kunstwerke ausgegangen zu sein.

(APA)

Aufgerufen am 12.12.2018 um 01:51 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/freisprueche-im-korneuburger-prozess-um-gefaelschte-gemaelde-60280687

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