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Für NEOS Zeit des "Schönwetterkapitäns" Pühringer vorbei

Judith Raab rief zum Aufräumen der "Baustellen in der Politik" auf Salzburg24
Judith Raab rief zum Aufräumen der "Baustellen in der Politik" auf

NEOS-Spitzenkandidatin Judith Raab hat beim Wahlkampf-Auftakt ihrer Partei am Freitag in Linz neuerlich zum Aufräumen der "Baustellen in der Politik" aufgerufen: "Halbierung der Parteienförderung, Funktionszeit des Landeshauptmannes beschränken sowie Bundesrat, Landesschulrat und Proporz abschaffen", so die pinken Forderungen. Die Zeit des "Schönwetterkapitäns" LH Josef Pühringer sei vorbei.

Warum es einer neuen Führungskompetenz bedürfte, erklärte im Linzer Bergschlössl zuerst Parteichef Mattias Strolz. Er malte ein alles andere als rosiges Bild von Österreich. Die Politik zeichne sich nur mehr durch ein "Verwalten des Marodierens" aus. Ein Symptom des Zerfalls des politischen Systems sieht er etwa im "fliegenden Transferwechsel" der Parteien. "Um die Zukunft gut aufzusetzen, dazu sind NEOS da", blieb Strolz im Allgemeinen.

Für zumindest mehr Action sorgte dann Raab, die getreu dem Wahlkampfmotto, in einer pinken Scheibtruhe die Kontrahenten zur Landtagswahl am 27. September, die als Pappmanderl auf der Bühne standen, verräumte. Dabei explodierten im Hintergrund Geldbomben als Symbol der "unverschämten Parteienförderung" im Land. Der Applaus der 111 Kandidaten und zahlreichen ehrenamtlichen Aktivisten war ihr dabei sicher.

Keinen Zweifel ließ Raab daran, dass die NEOS den Einzug in den Landtag schaffen werden, auch wenn laut aktuellen Umfragen die Vier-Prozent-Hürde keinesfalls als genommen gilt. So präsentierte sie gleich die erste Tat ihrer Partei im Landtag: "Wir werden im Oktober die tausenden Unterschriften der Petition zur Halbierung der Parteienförderung vorlegen und nicht müde werden, dies solange zu fordern, bis das Ziel erreicht ist." Denn selbst bei einer Halbierung der derzeit 75.000 Euro täglich erhielten die Parteien in Oberösterreich immer noch sechsmal soviel wie die deutschen, betonte sie.

Bei ihrem "Herzensanliegen Bildung" wandte sie sich an ihre erwachsene Tochter, die ebenfalls zum Wahlkampfauftakt gekommen war. Ihr versprach sie, ihre Verantwortung gegenüber der nächsten Generation wahrzunehmen, damit ihr Kind in zehn Jahren nicht einmal sagen werde: "Wart's ihr alle früher deppert?"

Natürlich konnte die Spitzenkandidatin auch das Thema Asyl nicht auslassen. Hier prangerte sie das Versagen der Politik an. "Die Zivilbevölkerung deckt das ab, was die Politik nicht zustande bringt", hob sie die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung hervor.

Nach einer Stunde im doch eher überschaubaren Rahmen endete die Veranstaltung mit einem pinken Konfettiregen und Muffins mit pinkem Topping.

(Quelle: S24)

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