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Gasen wieder Katastrophengebiet - Überflutungen in Kärnten

Auch Tennishallen standen unter Wasser APA (Landesfeuerwehrverband Kärnten)
Auch Tennishallen standen unter Wasser

Nach schweren Unwettern am Freitag ist die oststeirische Gemeinde Gasen (Bezirk Weiz) am Samstag abermals zum Katastrophengebiet erklärt worden. LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) zeigte sich über die Schäden bestürzt. Auch in Kärnten waren die Feuerwehren wegen starker Gewitter und Niederschlägen am Freitagnachmittag und -abend gefordert.

Die Gemeinde Gasen sei in den vergangenen Jahren wie österreichweit keine andere Gemeinde betroffen von Unwettern, schilderte Schützenhöfer im Gespräch mit der APA. Alleine nur in diesem Jahr sei die Gemeinde schon das fünfte Mal von schweren Unwettern und Überflutungen heimgesucht worden.

"Es ist zum Weinen. Es hat die Gemeinde schon wieder ordentlich erwischt", sagte Schützenhöfer. Eine erste Schätzung des aktuellen Ausmaßes des Schadens belaufe sich auf "eineinhalb bis zwei Millionen Euro. Es werden wohl eher zwei Millionen sein", bezifferte der Landeshauptmann.

Das geplante Hochwasserschutzprojekt soll statt im Herbst nun bereits im Frühjahr 2019 starten, sagte Schützenhöfer nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) der APA.

Die Breitenauerstraße (L104) wurde auf einer Länge von rund einem Kilometer weggerissen, ein Gehöft wurde evakuiert, Brücken zerstört, wie Schützenhöfer nach einem Besuch an Ort und Stelle berichtete. Eine Familie habe aus ihrem Haus in Sicherheit gebracht werden müssen, weil der Hang dahinter abzurutschen droht. Die Familie ist bei Nachbarn untergekommen.

Der Weg zu einer pflegebedürftigen Frau ist unterbrochen, weil eine Brücke weggerissen wurde. Sie soll nun zwischenzeitlich in einem Pflegeheim untergebracht werden. "Die Helfer sind Tag und Nacht im Einsatz, wir werden wohl auch einen kleinen Trupp des Bundesheers anfordern", so Schützenhöfer.

In den vergangenen Jahren seien in dem Gebiet bereits fünf Millionen Euro für Schutzmaßnahmen verbaut worden, "die Gemeinde ist am Ende ihres Spielraumes", betonte der Landeshauptmann. Ein neues, rund zehn Millionen teures Hochwasserschutzprojekt sei in der abschließenden Planungsphase.

In Kärnten meldete die Landesalarm- und Warnzentrale mehr als 80 Unwettereinsätze von Oberkärnten bis ins Lavanttal. In St. Paul im Lavanttal brannte ein Wirtschaftsgebäude nieder, in Frantschach-St. Gertraud sorgte ein Blitzeinschlag in einem Mehrparteienhaus für großen Schaden. In Irschen (Bezirk Spittal/Drau) und Ferndorf (Bezirk Villach-Land) mussten Keller ausgepumpt werden, Straßen und Freiflächen standen unter Wasser.

Gegen 18.00 Uhr ging ein Unwetter über dem Lavanttal nieder. Der starke Regen ließ die Bäche innerhalb kurzer Zeit anschwellen, Verklausungen führten zu Überflutungen, Wasser drang in Gebäude, Keller, Lagerhallen und eine Tennishalle in der Gemeinde Wolfsberg ein.

Im Bezirk Völkermarkt führten die heftigen Niederschläge in Neuhaus zu Vermurungen, Straßen waren durch umgestürzte Bäume verlegt, wodurch mehrere Ortsteile auf dem Straßenweg nicht erreichbar waren. Die Feuerwehren waren bis Mitternacht bei Aufräumarbeiten im Einsatz, hieß es vonseiten der Landesalarm- und Warnzentrale gegenüber der APA. Samstagfrüh hatte sich die Situation beruhigt, und es waren nur mehr fünf Feuerwehren zu Aufräumarbeiten ausgerückt.

(APA)

Aufgerufen am 15.12.2018 um 10:23 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/gasen-wieder-katastrophengebiet-ueberflutungen-in-kaernten-60201097

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