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Gemeindestudie: Bedarf bei Kinderbetreuung und Pflege

Mehrbedarf an Kleinkinderbetreuung am Land Salzburg24
Mehrbedarf an Kleinkinderbetreuung am Land

In Österreichs Gemeinden herrscht Handlungsbedarf bei der Kleinkinderbetreuung und in der Pflege, im ländlichen Bereich wünscht sich die Bevölkerung vor allem einen Ausbau der Gastronomie- und Freizeitangebote und in der Nahversorgung. Das geht aus einer Studie des Österreichischen Gemeindebunds hervor, die am Mittwoch präsentiert wurde.

Für die Studie wurden 1.000 wahlberechtigte Österreicher ab 16 Jahren im Jänner und Februar vom Institut für Strategieanalysen telefonisch befragt. "Die Gemeinden Österreichs sind hinsichtlich der politischen Struktur vorbildlich und haben eine gute Infrastruktur, aber es wird schwierig sein, diesen Standard zu halten", fasste Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer die Ergebnisse zusammen. Die Lebensqualität werde positiv bewertet, 93 Prozent sehen diese als eher bzw. sehr hoch an.

Auch die technische Infrastruktur, insbesondere die Wasserversorgung, Kanal und Müllentsorgung, wird von der Bevölkerung sehr gut bewertet. "Größten Handlungsbedarf haben wir im Bereich der kleineren Gemeinden beim öffentlichen Verkehr und im Mobilfunknetz, im städtischen Bereich bei Parkplätzen, Parks und Sportanlagen", sagte Mödlhammer.

Hinsichtlich der sozialen Infrastruktur gibt es im ländlichen Raum vor allem Wünsche bei Gastronomie- sowie Freizeit- und Kulturangeboten. In dicht besiedelten Gebieten spielen Kinderbetreuung, die Betreuung älterer Menschen und die schulische Nachmittagsbetreuung die größte Rolle.

"Wir haben einen hohen Investitionsnachholbedarf, im Straßennetz, bei Schulen und vor allem in der Kleinkinderbetreuung", sagte Mödlhammer. Für die anstehenden Verhandlungen zum Finanzausgleich plädiert er für eine stärkere Aufgabenorientierung. Für bevölkerungsschrumpfende Gemeinden brauche es außerdem einen Strukturausgleichfonds. Zudem müsse die Bürgerbeteiligung auf Gemeindeebene erleichtert werden.

Je kleiner die Gemeinde, desto größer ist das Vertrauen der Bevölkerung in die Gemeindepolitik. Dem Gemeinderat schenken 71 Prozent vor Landtag (60 Prozent) und Nationalrat (48 Prozent) ihr Vertrauen. Als entscheidender Akteur der Vertretung der Interessen der Bürger wird der Bürgermeister gesehen (39 Prozent). 22 Prozent sehen sich dagegen weder von Bürgermeister, Landespolitikern, Bundespolitikern noch EU-Politikern vertreten.

"Es gibt sowohl einen starken Lokalstolz als auch Regionalstolz, am aller stärksten ist jedoch der Nationalstolz, die Verbundenheit mit Österreich", sagte Politologe Peter Filzmaier. Die meisten Möglichkeiten zur Mitbestimmung sehen die Befragten auf Gemeindeebene (55 Prozent). Auf Bundesebene werden diese die mit acht Prozent "erschütternd gering" gesehen, meinte Filzmaier.

(Quelle: S24)

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