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Gewerkschaft: Druck auf Arbeitnehmer durch Arbeitszeitgesetz

Die Gewerkschaft kämpft seit September gegen das Gesetz APA (Schlager)
Die Gewerkschaft kämpft seit September gegen das Gesetz

Die Arbeiterkammer und Gewerkschaft haben erneut das seit 1. September geltende neue Arbeitszeitgesetz kritisiert, das einen 12-Stunden-Tag und eine 60-Stunden-Woche leichter möglich macht. "Seit Inkrafttreten des Gesetzes machen Arbeitgeber Druck", so AK-Präsidentin Renate Anderl und Vida-Chef Roman Hebenstreit am Mittwoch.

Die AK und die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida führen den aktuellen Fall einer 56-jährigen Hilfsköchin in Wien an, die nicht 12-Stunden arbeiten wollte und daraufhin von ihrem Chef gekündigt wurde. Die Frau arbeitete seit 1999 Teilzeit als Hilfsköchin in einem Lokal in der Wiener Leopoldstadt.

Im konkreten Fall habe ein Arbeitgeber offenbar das 12-Stunden-Tag-Gesetz genutzt, um eine ältere Arbeitnehmerin loszuwerden, sagte Anderl. "Das von der Regierung viel beschworene Recht auf Freiwilligkeit" bei der 11. und 12. Arbeitsstunde ist nichts als ein leeres Versprechen. In der Praxis der Arbeitswelt sitzt der Arbeitgeber am längeren Ast", kritisierte Hebenstreit.

Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache drohte daraufhin Unternehmern, die sich bei der Umsetzung der neuen Arbeitszeitregeln und der Anwendung des 12-Stunden-Tags nicht an das von der Regierung versprochene Recht auf Freiwilligkeit halten, mit Sanktionen. Er sprach am Mittwoch nach dem Ministerrat von einem "Missbrauchsfall", der zu ahnden sein wird. Die Hilfsköchin habe Rechtsanspruch darauf, dass die Kündigung nicht rechtskräftig wird. Wenn dies nicht geschieht, werde sich die Regierung überlegen müssen, welche Sanktionen es in solchen Fällen geben soll, sagte Strache.

(APA)

(Quelle: S24)

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