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Gewerkschaften holen sich Streikexperten für Herbstlohnrunde

Die Gewerkschaften wappnen sich für alle Fälle APA (Punz)
Die Gewerkschaften wappnen sich für alle Fälle

Die in die herbstlichen Lohnverhandlungen eingebundenen Gewerkschaften haben sich laut einem Zeitungsbericht professionelle Streikexperten aus dem In- und Ausland geholt. "Die professionellen Widerständler sollen Gewerkschaften und Betriebsräte auf Kampf einstimmen, ihr Know-how zu Mobilisierung und Öffentlichkeitsarbeit weitergeben", heißt es in einem "Presse"-Bericht.

Die Tageszeitung beruft sich dabei auf Informationen aus "hochrangigen Gewerkschaftskreisen". Demnach würden die Gewerkschaften mit Streikexperten zusammenarbeiten, die bereits Erfahrung bei der Organisation von Großstreiks in Europa und den USA vorzuweisen hätten. Derzeit würden die rechtlichen Rahmenbedingungen ausgelotet werden. Darüber hinaus sollen die Streikexperten auch in die Betriebe gehen, um dort Schulungen abzuhalten.

Unterdessen rechnet Wifo-Chef Christoph Badelt für die seit kurzem laufenden Metaller-Kollektivvertragsverhandlungen mit "höheren Lohnerhöhungen als in der Vergangenheit". Dies sagte er am Freitag im ORF-Radio. Zu einer konkreten Größenordnung hielt er sich wie auch im Konjunkturpressegespräch bedeckt, das Aushandeln der Löhne sei Angelegenheit der Sozialpartner.

Die Lohnverhandlungen "sollten aber auf einem einheitlichen Bild basieren, was die Zahlen betrifft - dann ziehen wir uns zurück", hatte Badelt vor Journalisten gemeint. "Wir werden als Wirtschaftsforscher sicher nicht den Sozialpartnern sagen, was sie da abschließen sollen", meinte er im Radio.

Üblicherweise sehe man sich dabei das Produktivitätswachstum und die Inflation an, so Badelt. "Ich gehe davon aus, dass es schon zu höheren Lohnerhöhungen als in der Vergangenheit kommen wird. Aber viel mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen."

Die Metaller fordern fünf Prozent mehr Lohn, jedoch spielt da auch das neue Thema der Möglichkeit eines 12-Stunden-Arbeitstages bzw. einer 60-Stunden-Woche hinein, über das die Gewerkschafter sehr verärgert sind.

Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny hatte die Forderung in der TV-"Pressestunde" kürzlich "als nicht besonders überschießend" klassifiziert: "Wir haben eine relativ lange Zeit gehabt mit ziemlich zurückhaltender Lohnpolitik. Wenn ich mir das jetzt für das Jahr 2018 ansehe, so haben wir ungefähr drei Prozent Wachstum, ungefähr zwei Prozent Inflation, das heißt, ungefähr ein Nominalwachstum von fünf Prozent. Das würde ich als nicht besonders überschießend betrachten, was die Lohnerhöhung betrifft."

(APA)

Aufgerufen am 14.12.2018 um 06:21 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/gewerkschaften-holen-sich-streikexperten-fuer-herbstlohnrunde-60339187

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