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Griechen nach Referendum im Freudentrubel

Griechenland feiert. AP
Griechenland feiert.

Bei dem Referendum über die Forderungen der internationalen Gläubiger haben laut offiziellem Endergebnis 61,31 Prozent der Griechen mit Nein gestimmt. Das wurde Montagfrüh mitgeteilt. Die Griechen unterstützten damit klar das Vorgehen der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras im Schuldenstreit mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Regierung in Athen hatte für ein Nein geworben und argumentiert, damit würde sie gestärkt in neue Verhandlungen mit den Geldgebern gehen.

Griechen stehen hinter ihrer Regierung

Das Ergebnis des Referendums ist ein Schlag für eine Reihe von EU-Spitzenpolitikern, die bis zuletzt für eine Annahme der Gläubigervorschläge geworben und das Referendum zu einer Abstimmung über einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone erklärt hatten. Nach dem Referendum wurde für Dienstag ein Sondergipfel der Staats-und Regierungschefs der Euro-Staaten einberufen.

Tausende Griechen feiern am Syntagma-Platz

Tausende Menschen haben am Sonntagabend am Athener Syntagma-Platz das "Nein" beim Referendum gefeiert. Trotz des drohenden Wirtschaftskollapses sei das Votum die richtige Entscheidung gewesen, hieß es von Wählern.

"Wir haben einen zweijährigen Sohn, aber wir haben trotzdem mit 'Nein' gestimmt", sagte Maria, die gemeinsam mit ihrer Familie auf dem Platz das Ergebnis feierte. "Wir wollen den anderen Ländern, Deutschland und anderen sagen, dass wir Brüder sind", fügte ihr Mann Michaelis hinzu: "Bitte hasst uns nicht."

Feuerwerke, Flaggen und Banner

Auf dem Platz war Jubel und Sprechchöre mit "Ochi"-Rufen (Nein) zu hören, einzelne Feuerwerke erhellten den Athener Nachthimmel. Zwischen die Nachtschwärmer mischten sich griechische Flaggen und Banner der regierenden Linkspartei Syriza, die für ein "Nein" geworben hatte. "Wir sind ein stolzes Volk, wir haben keine Angst", sagte die Mittfünfzigerin Eva.

Einige der Feiernden hoffen nun auf ein Ende der sozialen Misere durch die von den Gläubigern verordneten Sparmaßnahmen. "Seit fünf Jahren ist es die Hölle in Griechenland", sagte Viki Chrystopoulou. "60 Prozent der Leute wollen nicht mehr so weiterleben."

(APA)

(Quelle: S24)

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