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500 Pfund

Briten planen Quarantäne-Bezahlung

Viele halten sich nicht an Selbstisolation

500 Pfund (564 Euro) fürs Daheimbleiben: Das sollen Menschen in Großbritannien bekommen, wenn sie in Quarantäne sind. Zumindest berichten das die Medien. Die britische Regierung habe dazu noch keine endgültige Entscheidung getroffen, heißt es vom Umweltminister.

Der Grund: Etliche Menschen mit Symptomen wollten sich nicht testen lassen, weil sie im Fall eines positiven Ergebnisses nicht in Isolation, sondern weiter in die Arbeit gehen wollten. Dazu wolle er sich im einzelnen nicht äußern, sagt Umweltminister George Eustice. Die Regierung ziehe solche Schritte aber in Betracht. "Eine Entscheidung ist nicht getroffen worden, aber es ist eine dynamische und sich rasch entwickelnde Lage der Pandemie."

Es handle sich bei der geplanten Zahlung um die "bevorzugte Position" des Gesundheitsministeriums, hieß es in den Medien. Das Ministerium wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren.

15 Prozent gehen trotz Infektion in die Arbeit

Wie der "Guardian" unter Berufung auf interne Regierungsdokumente schrieb, lassen sich nur 17 Prozent der Menschen mit Corona-Symptomen testen, nur jeder vierte positiv Getestete hält sich an die Vorschriften und bleibt zehn Tage in Quarantäne. 15 Prozent der Betroffenen gingen einfach weiter zur Arbeit - aus Angst, ihren Job zu verlieren.

Quarantäne-Bezahlung kostet 453 Millionen Pfund pro Woche

Derzeit bekommen nur Menschen, die Sozialleistungen erhalten und nicht von zu Hause arbeiten können, 500 Pfund bei einer Corona-Erkrankung. Falls die Unterstützung auf alle Fälle ausgeweitet würde, rechne die Regierung mit zusätzlichen Kosten von insgesamt bis zu 453 Millionen Pfund (511,14 Mio. Euro) in der Woche, zwölf Mal so viel wie bisher.

Täglich mehr als 1.000 Tote

Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Täglich werden Zehntausende Neuinfektionen und zuletzt jeweils mehr als 1.000 Tote gemeldet. Seit Wochen gilt ein Lockdown mit weitreichenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen, Schulen und nicht lebensnotwendige Geschäfte sind geschlossen. Die Maßnahmen sollen Mitte Februar überprüft werden. In der Region Nordirland haben die Behörden den Lockdown bereits bis zum 5. März verlängert.

(Quelle: APA)

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