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Große Trauer nach Tod von Udo Jürgens

Nicht nur fast alle Medien des deutschen Sprachraums, sondern auch Prominenz aus Politik, Musik und Entertainment haben am Tag nach dem plötzlichen Tod von Udo Jürgens noch einmal "Merci" gesagt. Während Ort und Zeit der Beisetzung vorerst unklar sind, gibt es Vorschläge, dem am Sonntag bei einem Spaziergang im Schweizer Gottlieben Gestorbenen durch offizielle Akte ehrendes Andenken zu schaffen.

Fans des verstorbenen Musikers haben in Gottlieben an der Seepromenade zu Ehren ihres Idols Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Udo Jürgens war oft zu Besuch im beschaulichen Dorf am Bodensee und hat hier in den vergangenen Monaten gewohnt und auf das Ende der Umbauarbeiten in seinem neuen Haus am Zürichsee gewartet. Jürgens wollte im Frühjahr einziehen. Aktuell war er auf seiner 25. Tournee unter dem Titel "Mitten im Leben".

Am Montag ließ die Vizebürgermeisterin von Klagenfurt, Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ), mit dem Vorschlag aufhorchen, den Klagenfurter Flughafen nach dem Verstorbenen zu benennen. Landesrat Gerhard Köfer (Team Stronach) konterte mit der Idee, die Wiener Gasse in der Klagenfurter Innenstadt nach dem gebürtigen Klagenfurter umzunennen. Dort befand sich nämlich einst das "Tanz-Cafe Lerch", in dem Jürgens in den 50er-Jahren als Swing- und Jazzmusiker auftrat. Im Klagenfurter Rathaus - Jürgens war auch Ehrenbürger der Klagenfurter Landeshauptstadt - und im Wiener Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, wo der Sänger als Wachsfigur präsent bleibt, wurden Kondolenzbücher für den verstorbenen Künstler aufgelegt.

Die Bundespräsidenten von Österreich und Deutschland haben am Montag ihrer Trauer Ausdruck verliehen und den 80-jährig Gestorbenen gewürdigt. "Ein plötzlicher Tod hat einen großen Künstler mitten aus dem Leben gerissen und uns fassungslos zurückgelassen", sagte Bundespräsident Heinz Fischer. Jürgens habe den Gefühlen und Hoffnungen von Millionen Menschen Ausdruck verliehen. "Er war ein großer Österreicher und hat Musikgeschichte geschrieben." Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck schrieb in seinem Kondolenzbrief an Jürgens' Tochter Jenny, dass mit dem Sänger "ein Großer des deutschen Chansons gestorben" sei. "Seine Lieder haben uns alle begleitet und erfreut, manchmal auch getröstet und nachdenklich gemacht."

Wie unzählige andere Musiker erinnerte am Montag auch Rainhard Fendrich auf Facebook an seinen großen Kollegen: "Wir verneigen uns, und möge ein Glaserl griechischer Wein für Dich im Himmel bereit stehen. Danke Udo Jürgens! R.I.P." Der ehemalige freiheitliche Politiker und Stefan Petzner ließ dagegen auf APA-Anfrage verlauten, dass seine geplante Diplomarbeit über Jürgens nun unvollendet bleiben werde. Das Werk hätte den Titel "Die Kraft der Musik am Beispiel Udo Jürgens" tragen sollen. Für den nunmehrigen Kommunikationsberater und bekennenden Jürgens-Fan Petzner war der Musiker "der Mozart unserer Zeit, ein musikalische Genie."

Die Nachricht über den Tod des Musikers ging in der Nacht auf Montag buchstäblich um die Welt. So informierte etwa auch die Zeitung "La Nacion" auf Costa Rica ihre Leser vom plötzlichen Tod "eines der populärsten Künstler deutscher Sprache". Im deutschsprachigen Raum zierte die Nachricht die Titelblätter fast aller Zeitungen. "Merci!" lautete in Erinnerung an sein einstiges Song-Contest-Siegerlied "Merci Cherie" die häufigste Abschiedsformel. "Merci für all' die schönen Lieder."

(Quelle: S24)

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