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Grossnigg und Bartenstein übernehmen Bene

Bene kämpft ums Überleben Salzburg24
Bene kämpft ums Überleben

Mit dem heutigen Montag wird für den traditionsreichen Büromöbelhersteller Bene ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das 1790 gegründete Familienunternehmen geht an die Investoren Erhard Grossnigg und Ex-Minister Martin Bartenstein. Auch wenn die Aktionäre bei der Hauptversammlung (HV) einige Widersprüche zu Protokoll gaben, kam letztlich für alle Punkte die erforderliche Mehrheit zustande.

Der Plan der neuen Investoren sieht nun folgendes vor: Das Bene-Grundkapital wird von derzeit 24,3 auf 1,9 Mio. Euro herabgesetzt. Dies soll geschehen, indem jeweils 25 bestehende Stammaktien zu zwei zusammengelegt werden. Zugleich beschloss die Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung um 18 Mio. Euro unter Ausschluss der Bezugsrechte der Aktionäre.

Die neuen Aktien werden von der BGO Beteiligungsverwaltungs GmbH gezeichnet, die nach Zustimmung der Bundeswettbewerbsbehörde und Eintragung des Kapitalschnittes in das Firmenbuch über 90 Prozent der Anteile der Bene AG halten wird. Ab diesem Zeitpunkt werde das Grundkapital von Bene 19,9 Mio. Euro betragen, gab die Firma nach Ende der HV bekannt. BGO gehört zu je 50 Prozent Grossnigg über seine grosso holding Gesellschaft mbH und Bartenstein via Bartenstein Holding GmbH.

Bis Ende 2015 soll ein Gesellschafterausschluss durchgeführt werden, im Zuge dessen insgesamt 2 Mio. Euro in bar an die restlichen Aktionäre ausbezahlt werden, kündigten die Investoren bereits vor einiger Zeit an. "Je nach finalem Angebot macht das 6 bis 8 Cent je Aktie", sagte Bene-Chef Rudolf Payer am Montag zur APA.

Nach einem massiven Einbruch von über 28 Prozent ist das Bene-Papier derzeit an der Wiener Börse wieder 3 Prozent im Plus bei 16 Cent je Aktie. 2006 ging Bene zu einem Preis von 5,50 Euro/Aktie an die Börse. Zu seinen besten Zeiten war das Papier über 7 Euro wert. "Bezogen auf den Ausgabekurs verlieren die Aktionäre 98 Prozent", wetterte Anlegerschützer Wilhelm Rasinger im APA-Gespräch. Einen Kompromissvorschlag, den Squeeze-out um zwei Jahre zu verschieben, hätten die Investoren verweigert, so Rasinger. "Bartenstein war extrem unflexibel", meinte der Anlegerschützer.

Die Eintragung ins Firmenbuch werde etwas länger dauern als üblich, so Rasinger. "Absolute Rechtssicherheit" gebe es in vier Wochen. Was die neuen Investoren nun mit Bene vorhaben, ist noch nicht bekannt. Grossnigg deutete aber bereits weitere Einschnitte an - unter anderem beim Personal.

Die Familie Bene hat jedenfalls künftig nichts mehr zu sagen. Die Hauptversammlung segnete auch den kompletten Austausch des Aufsichtsrates ab. Martin Bartenstein, Peter Funder, Alexander Isola und Michael Schur wurden neu in das Kontrollgremium gewählt, nachdem die vormaligen Mitglieder Manfred Bene (Vorsitzender), Armenak Utudijan (Stellvertreter), Andreas Bierwirth, Andrea Gaal und Gerhard Peller zurücktraten.

(Quelle: S24)

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