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Guter Sommer lässt Lufthansa-Chef strahlen

Carsten Spohr ist zuversichtlich Salzburg24
Carsten Spohr ist zuversichtlich

Ein unerwartet guter Sommer sorgt bei Lufthans -Chef Carsten Spohr für Zuversicht. "Wir hatten den besten Sommer überhaupt", sagte Spohr in einem Reuters-TV-Interview. "Das Geschäft ist im Juli und August deutlich besser gelaufen als wir erwartet haben." Daher werde man den angepeilten bereinigten Gewinn von über 1,5 Mrd. Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT) in diesem Jahr "komfortabel erreichen".

Ein Grund dafür ist, dass es auch bei der Billigflugtochter Germanwings besser läuft als erwartet. Die Tochter, die die Kurzstrecken außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München bedient, werde heuer zum ersten Mal schwarze Zahlen schreiben. "Wir wollten eine schwarze Null schreiben", sagte Spohr. "Sieht so aus, als würde es eine zweistellige Zahl", stellte er mehr als zehn Millionen Euro Gewinn in Aussicht. "Das ist über unseren Erwartungen, gemessen daran, wo wir vor zwei Jahren begonnen haben."

Die Lufthansa-Aktie baute daraufhin ihre Gewinne aus. Sie war damit zu Mittag der einzige Gewinner im Leitindex DAX. Die Lufthansa war bei der Überprüfung der Indizes am Donnerstag knapp an einem Abstieg in den MDax vorbeigeschrammt. "So wie die Lufthansa zur deutschen Wirtschaft gehört, gehört auch die Lufthansa-Aktie in den DAX", sagte Spohr. In den nächsten Jahren müsse das wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden.

Der Erfolg von Germanwings bestätige die Strategie, mit Eurowings auch über Deutschland hinaus eine Zweitmarke zu etablieren, sagte Spohr. "Dafür ist Platz, weil der Billigflug-Anteil auf unseren Heimatmärkten Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien viel niedriger ist als anderswo in Europa. Und wenn nicht genügend Platz ist, ist die Lufthansa-Gruppe stark genug, sich Platz zu schaffen."

Die 5.000 Lufthansa-Piloten wehren sich allerdings gegen eine Eurowings-Ansiedelung in Österreich, wodurch die Bezahlung weit unter dem Niveau der Lufthansa liegt. Sie haben für das Ferienende in Süddeutschland mit Streiks gedroht. "Ich hoffe, dass es keinen Streik geben wird, weil jeder Streiktag einer zu viel ist", sagte Spohr. Er sei enttäuscht, dass die Piloten-Gewerkschaft Cockpit die Gespräche abgebrochen habe, noch ehe der Konzern die Chance gehabt habe, auf ihre Vorschläge einzugehen. "Das Thema ist nur am Verhandlungstisch zu lösen", betonte der Vorstandschef.

Spohr setzt auf die Rückendeckung seiner Aktionäre im Arbeitskampf mit den Piloten. "Per se goutiert der Finanzmarkt, wenn wir in diesen Arbeitskämpfen hart bleiben", sagte Spohr am Donnerstagabend in Stuttgart. "Ich glaube, die Aktionäre stehen hinter uns, dass diese notwendige Kostensenkung stattfinden muss", sagte Spohr laut dpa. "Es geht nicht anders: Wir müssen, um die Führungsrolle zu erhalten und nicht von Low-Cost-Carriern verdrängt zu werden, unsere Kostensituation auf das Niveau der Wettbewerber bringen."

Er sieht seine Haltung durch die große Zahl von Bewerbungen für die Piloten- und Copiloten-Stellen bei Eurowings bestätigt. Seit einer Woche können sich dafür auch externe Bewerber melden. "Wir haben mehr als 1.000 Bewerbungen erhalten, weit mehr als wir erwartet haben." Die Copiloten-Stellen könne man voraussichtlich alle aus dem eigenen Haus besetzen, bei den Piloten brauche man Hilfe von externen Kandidaten.

Die ins Stottern geratene Konjunktur in China macht Spohr nur im Frachtgeschäft Sorgen. Das Passagiergeschäft laufe vor allem im Premiumsegment gut. "Wir sehen immer mehr Passagiere aus China, und der Anteil der europäischen Gäste ist leicht rückläufig - letztlich ein optimistisches Bild", sagte Spohr, Anders bei Lufthansa Cargo, die das Ende des Booms schon zu spüren bekomme: "Hier werden wir uns darauf einstellen müssen, dass die Dynamik abflacht, und auch am Abflachen bleiben wird."

Getrieben von freundlichen Analysen und positiven Aussagen Spohrs zur Auslastung im Sommer setzte die Aktie der AUA-Mutter am Freitag an, wenigstens einen Teil der in diesem Jahr aufgelaufenen Kursverluste wieder auszugleichen. Mit einem Plus von zeitweise knapp 7 Prozent hielt sich der Wert einsam an der Spitze des DAX.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will der Konzern einen neuen Chef bei der profitablen Tochter Swiss einsetzen, berichtete dpa. Den Posten soll den Angaben zufolge Thomas Klühr übernehmen, der als enger Vertrauter Spohrs gilt. Bisher leitet Klühr das zweitwichtigste Drehkreuz der Airline in München. Der bisherige Swiss-Chef Harry Hohmeister solle sich auf seine Aufgaben im Konzernvorstand konzentrieren, dem er bereits seit Juli 2013 angehört.

(Quelle: S24)

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