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Hausdurchsuchung: Tierschutzverein sieht "gezielte Aktion"

Die Polizei hat die Büros des Tierschutzvereins durchsucht (Symbolbild). Bilderbox
Die Polizei hat die Büros des Tierschutzvereins durchsucht (Symbolbild).

Am 9. September wurden in Salzburg und Wien die Büros des Österreichischen Tierschutzvereins (ÖTV) von der Polizei durchsucht. Grund dafür war eine anonyme Anzeige im Dezember 2017, aufgrund derer die Polizei Ermittlungen anstellte. Am Dienstag erklärt der Tierschutzverein in einer Stellungnahme, dass es sich um eine "zielgerichtete Aktion gegen den ÖTV" gehandelt habe.

"Wir nehmen die anonymen Beschuldigungen sehr ernst und arbeiten mit Hochdruck an einer schnellen Aufklärung", erklärt ÖTV-Geschäftsführer Erich Goschler. "Wir möchten aber auch betonen, dass die meisten anonymen Vorwürfe schon jetzt als falsch identifiziert werden konnten."

ÖTV: Vorwürfe entkräftet

Jene Räumlichkeiten in Wien, die der ehemalige Funktionär angeblich für private Zwecke nutzen soll, werden laut ÖTV nachweislich als Büro genutzt. Auch der Vorwurf, die Mitarbeiter würden Luxusfahrzeuge nutzen, hätte sofort widerlegt werden können. Unter allen aktiven Funktionären des ÖTV würde nur ein einziger ein Dienstfahrzeug besitzen - einen fast acht Jahre alten VW Passat.

Der Tierschutzverein sieht in den Anschuldigungen einen gezielten Versuch, dem Verein zu schaden. Gründe dafür seien, dass die Vorwürfe gegen den ehemaligen Funktionär anonym erfolgten, am Tag der Hausdurchsuchung direkt an die Medien verschickt und unmittelbar vor der Hauptspendenzeit erhoben wurden. "Damit muss jedem klar sein, dass es sich um eine zielgerichtete Aktion gegen den ÖTV handelt – und die Leidtragenden sind in diesem Fall leider die Tiere, weil wir davon ausgehen, dass die Spenden einbrechen werden", sagt Goschler: "Man darf auch nicht vergessen, dass Tierschutzvereine mächtige Gegner haben. Es kommt häufig vor, dass von außen versucht wird, die Arbeit solcher Organisationen zu diskreditieren."

ÖTV legt Rechtsmittel gegen Hausdurchsuchung ein

Rechtsmittel wird der ÖTV gegen die am Dienstag durchgeführten Hausdurchsuchungen einlegen. Denn der Verein wurde vorab weder mit den bestehenden Anschuldigungen konfrontiert noch zu einer Stellungnahme aufgefordert, begründet man in einer Aussendung.

Aktuell hofft der ÖTV auf zeitnahe Richtigstellung. Dazu kooperiere man auch mit den Behörden.

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