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Helfer ziehen Überlebenden von Tsunami-Katastrophe in Indonesien aus Trümmern

Die Suche nach Überlebenden nach der Tsunami-Katastrophe geht weiter. APA/AFP
Die Suche nach Überlebenden nach der Tsunami-Katastrophe geht weiter.

Drei Tage nach dem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi haben Helfer in der Stadt Palu einen Überlebenden aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses gezogen. Der Mann namens Sapri Nusin wurde am Montagabend aus der Ruine eines Regierungsgebäudes gerettet, wo er seit Freitagabend verschüttet war.

Die Behörden veröffentlichten am Dienstag ein Video, das die Rettung zeigt. Darauf ist zu sehen, wie Nusin von einem Helfer gefragt wird: "Kannst Du gehen?" Die Antwort: "Ja, aber ich bin sehr durstig." Anschließend wurde er zu einem Krankenwagen gebracht.

34 tote Bibelschüler gefunden

Allerdings sind nicht alle Geschichten so positiv: In den Trümmern einer zerstörten Kirche auf der Insel Sulawesi wurden 34 tote Bibelschüler gefunden. Die Opferzahl könnte noch steigen, weil zunächst 86 Bibelschüler als vermisst gemeldet wurden, wie eine Sprecherin des indonesischen Roten Kreuzes am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Schlammlawine verschüttet Kirche nach Erdbeben

Die Bibelschüler kamen im Jonooge Church Training Centre im bergigen Bezirk Sigi Biromaru südöstlich der Stadt Palu ums Leben. Die Kirche wurde nach dem Erdbeben vom vergangenen Freitag von einer Schlammlawine verschüttet. Die Arbeit der Rettungskräfte gestaltete sich schwierig: Die Gegend ist abgelegen und kann nur durch einen rund eineinhalbstündigen Fußmarsch erreicht werden, wie Rote-Kreuz-Sprecherin Aulia Arriani sagte.

840 Tote nach Tsunami-Katastrophe in Indonesien

Bei der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe sind mehr als 840 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer auf der Insel Sulawesi dürfte noch deutlich steigen: Das Schicksal von tausenden Bewohnern abgelegener Gebiete ist weiterhin unklar. Vielerorts fehlt es an schwerem Gerät, um Trümmer wegzuschaffen. Viele Landesteile sind nur schwer zu erreichen.

Eine Sprecherin des indonesischen Roten Kreuzes sagte: "Das Schlimmste ist, eineinhalb Stunden durch den Schlamm zu waten und Leichen zu tragen." In der besonders betroffenen 350 000-Einwohner-Stadt Palu hat man inzwischen damit begonnen, Massengräber auszuheben.

Neue Beben im Süden Indonesiens

Derweil sorgten neue Beben im Süden Indonesiens für Schrecken: Vor der Insel Sumba wurde am Dienstag zunächst ein Beben der Stärke 5,9 gemessen, kurz darauf ein Beben der Stärke 6,0. Berichte über schwere Schäden auf der Insel mit rund 750.000 Bewohnern lagen zunächst nicht vor.

"Wir haben vier Erschütterungen gespürt", berichtete ein Hotelmitarbeiter in der Region in einem Telefonat mit AFP. "Die Menschen sind beim ersten Beben in Panik geraten und aus dem Hotel gerannt."

Zahl der Opfer könnte in Tausende gehen

Sumba liegt hunderte Kilometer südlich der Insel Sulawesi und rund 1.600 Kilometer südlich der Stadt Palu, die von der Erdbeben-und Tsunamikatastrophe besonders getroffen wurde.

Befürchtet wird, dass die Zahl der Todesopfer in die Tausende geht. Die nationale Katastrophenschutzbehörde will am Dienstag Mittag (Ortszeit, etwa 08.00 MESZ) eine neue Zwischenbilanz bekanntgeben. Vermutlich wird es aber noch Tage dauern, bis das Ausmaß der Katastrophe einigermaßen klar ist.

(APA/dpa/AFP)

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