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Heta-Kapitalloch bis Juni auf 8,1 Mrd. Euro vergrößert

Vorjähriger Schuldenschnitt nichtig Salzburg24
Vorjähriger Schuldenschnitt nichtig

Das Kapitalloch, das bei der staatlichen Hypo-Alpe-Adria-Bad-Bank Heta klafft, ist noch tiefer geworden. Zur Jahresmitte 2015 waren es bereits 8,1 Milliarden Euro. Das ist eine gute Milliarde mehr als in der ersten Zerschlagungsbilanz vor einem halben Jahr. Großteils lag das an Verlusten, die angefallen sind, weil der Verfassungsgerichtshof (VfGH) den ersten Schuldenschnitt von 2014 gekippt hat.

Die Heta - Nachfolgegesellschaft der 2009 notverstaatlichten Hypo Alpe Adria - wird abgewickelt. Bilanziert wird zu Zerschlagungswerten. Für das erste Halbjahr 2015 meldete die Abbaugesellschaft einen Nettoverlust von 1,1 Mrd. Euro. Dass der Verlust wieder über die Milliarde geriet und das Kapitalloch damit um so viel größer wurde, lag zum Großteil daran, dass der vorjährige Schuldenschnitt auf Nachranganleihen als verfassungswidrig aufgehoben wurde.

Mit dem Höchstgerichtsspruch mussten zunächst rund 800 Mio. Euro Anleiheschulden, die voriges Jahr für wertlos erklärt worden waren, wieder als Heta-Verbindlichkeiten eingebucht werden. Weitere 200 Mio. Euro fielen an zusätzlichen Belastungen an, als heuer das Hypo-Balkanbankennetzwerk verkauft wurde. Die Käufer der Südosteuropabanken (Advent/EBRD) hatten unter anderem noch weitere Kreditabsicherungen durch die Österreicher verlangt.

Rund 100 Mio. Euro mussten noch für Rechtsfälle und Schadenersatzansprüche beiseite gelegt werden. In Summe fielen die Lasten im bisherigen Jahresverlauf sogar noch höher aus, denn vereinzelt gab es auch Zuflüsse, die positive Effekte hatten. So etwa gab es rund 100 Mio. Euro an Sondererträgen aus Rückstellungsauflösungen gegenüber der ehemaligen Italientochter.

Nach internationalen Konzernbilanzierungsregeln IFRS belief sich die Kapitallücke heuer zur Jahresmitte immerhin noch auf 5,8 Mrd. Euro. Die Konzern-Bilanzsumme lag zum Stichtag 30. Juni 2015 bei 11,6 Mrd. Euro.

Der Vorstand deponierte, dass speziell aus Gläubigersicht der Einzelabschluss (nach UGB/BWG-Bilanzierung) und vor allem durch die Berücksichtigung zukünftiger Verluste die relevantere Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage abbildet. Deshalb sind im Zwischenbericht neben den obligatorischen IFRS-Zahlen auch die Einzelabschlusszahlen dargestellt.

Die Heta soll nach einem vorläufigen Zeitplan, der am Montag in der Halbjahresbilanzpräsentation genannt wurde, bis Ende 2018 zu rund 80 Prozent abgebaut werden. Bis Ende 2020 soll ein vollständiger Abbau der Vermögenswerte erfolgt sein. In der Heta sind faule Kredite, Beteiligungen und zur Restverwertung gedachte Assets geparkt, zur "geordneten" Abwicklung. Der endgültige Abbauplan soll, wie die Heta am Montag schrieb, im zweiten Halbjahr 2015 dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt werden.

Seit die Finanzmarktaufsicht (FMA) als Abwicklungsbehörde mit 1. März heuer ein Zahlungsmoratorium über die Heta verhängt hat, muss die Bad Bank zumindest bis zum Frühjahr kommenden Jahres keine Zahlungen (Tilgungen, Zinsen) auf ihre Schulden leisten. Das Moratorium gilt bis Ende Mai 2016.

Heta-Vorstandschef Sebastian Schoenaich-Carolath erklärte, dass die Abbauleistung im ersten Halbjahr besser ausgefallen sei als erwartet. Der Sondereffekt aus der Aufhebung des Hypo-Sondergesetzes von 2014 (Stichwort: erster Haircut) durch den Verfassungsgerichtshof habe das Ergebnis aber stark negativ beeinflusst. In ihrem Einzelabschluss weist die Heta bei einer Bilanzsumme von 9,6 Mrd. Euro Verbindlichkeiten und Rückstellungen von 17,7 Mrd. Euro aus. Daraus resultiere eine kapitalmäßige Unterdeckung von 8,1 Mrd. Euro zum 30. Juni 2015.

(Quelle: S24)

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