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Heta-Schuldenschnitt könnte niedriger ausfallen

Die Hypo-Abbaubank Heta erwägt laut einem Zeitungsbericht einen niedrigeren Schuldenschnitt für ihre Anleihegläubiger. Wollte man die Gläubiger ursprünglich zum Verzicht auf 40 bis 50 Prozent ihrer Forderungen bewegen, werde jetzt überlegt, ihnen ein Angebot über 10 oder maximal 20 Prozent Abschlag zum Ursprungswert zu machen, schrieb der "Kurier" am Sonntag unter Berufung auf Insider.

Im Gegenzug würden sich die Gläubiger einen jahrelangen Rechtsstreit ersparen und 80 bis 90 Prozent des Geldes sofort bekommen. Ein 40- bis 50-prozentiger Schuldenschnitt sei unrealistisch, vor allem, weil die Deutschen, die auf 7 Mrd. Hypo-Anleihen sitzen, nicht darauf einsteigen und lieber klagen.

Ein Verzicht auf 10 bis 20 Prozent wäre für Österreichs Steuerzahler eine Ersparnis von 1 bis 2 Mrd. Euro. Die Kärntner Skandalbank Hypo hat die Steuerzahler bisher 5,5 Mrd. Euro gekostet - inkludiert sind Nachranganleihen in Höhe von 1 Mrd. Euro, für die der Bund haftet. Insider gehen dem Zeitungsbericht zufolge davon aus, dass insgesamt ein Schaden von rund 11 Mrd. Euro für den Steuerzahler zusammenkommen könnte.

Für den Aufkauf aller Anleihen minus Abschlag bräuchte die Sondergesellschaft, über die der Bund und das Land Kärnten demnächst wieder intensiver verhandeln sollen, 9 bis 10 Mrd. Euro. Mit der Durchführung dürfte eine Investmentbank beauftragt werden.

Der Bund soll eine Untergrenze von 1,2 Mrd. Euro genannt haben, mit denen sich Kärnten an der Sondergesellschaft beteiligen muss, so der "Kurier". Für Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hingegen liege die Obergrenze bei 630 Mio. Euro.

Es sei auch im Gespräch, den Gläubigern die Hypo-Anleihen mit Landeshaftung nicht in Cash auszuzahlen, sondern in Bundesanleihen umzutauschen.

Wenn dieser Schritt getan ist und auch das Südosteuropanetzwerk endgültig verkauft ist - damit ist im Sommer zu rechnen - gebe es keinen Grund mehr, das Abwicklungsregime der Finanzmarktaufsicht (FMA) über die Heta aufrechtzuerhalten. Und sobald die FMA dies aufhebe, sei die Heta in Konkurs, so die Zeitung.

Im Finanzministerium hieß es dazu am Sonntag auf APA-Anfrage, dass eine Insolvenz nicht möglich sei, solange das Schuldenmoratorium laufe. "Im Übrigen kann nur die FMA eine Insolvenz anmelden", so eine Sprecherin.

Die Finanzmarktaufsicht hatte Anfang März einen Stopp der Schuldenrückzahlungen bis Mai 2016 verhängt. In der Zeit bekommen die Gläubiger kein Geld.

Die Heta-Bilanz wird im Juni erwartet.

(Quelle: S24)

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