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Hisbollah-Kommandant bei israelischem Angriff getötet

Die Hisbollah unterstützt in Syrien Machthaber Assad Salzburg24
Die Hisbollah unterstützt in Syrien Machthaber Assad

Ein ranghoher Kommandant der schiitischen Hisbollah-Miliz ist nach Angaben der Gruppe in Syrien ums Leben gekommen. Der 55-jährige Mustafa Badreddine war nach Einschätzung der USA für die Operationen der Miliz in Syrien verantwortlich, die dort die Truppen von Präsident Bashar al-Assad unterstützt.

Nach Angaben der Hisbollah kam Badreddine bei einer heftigen Explosion auf einem Stützpunkt der Miliz bei Damaskus ums Leben. Es werde untersucht, ob es sich um einen Luftangriff, einen Raketen- oder einen Artilleriebeschuss gehandelt habe. Der libanesische Fernsehsender Al-Mayadeen hatte zuvor am Freitag berichtet, Badreddine sei bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. Israel reagierte zunächst nicht darauf.

Badreddine hatte jahrelang die Operationen der Hisbollah gegen Israel geleitet. Er war auch einer der Hauptverdächtigen des Mordanschlags gegen den ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri im Jahr 2005 und war deswegen vor dem von den Vereinten Nationen unterstützten Sondertribunal für den Libanon angeklagt. Die Hisbollah wies damals alle Anschuldigungen als politisch motiviert zurück.

Wegen seiner Beteiligung an Bombenattentaten 1983 in Kuwait wurde Badreddine zum Tode verurteilt, konnte aber nach dem Einmarsch des irakischen Machthabers Saddam Hussein 1990 in Kuwait aus dem Gefängnis entkommen.

Wegen der Unterstützung seiner Miliz für das Assad-Regime erließen die USA 2012 Sanktionen gegen Badreddine. In den vergangenen zwei Jahren waren bereits zwei weitere hochrangige Hisbollah-Führer in Syrien getötet worden. Es wird geschätzt, dass die Schiitenmiliz in dem Bürgerkrieg insgesamt mehr als 1200 Kämpfer verloren hat.

Bereits am Donnerstag waren der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mindestens 16 hochrangige Führer der Al-Nusra-Front in der nordwestlichen Provinz Idlib getötet worden. Die Jihadisten-Miliz ist der syrische Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Wer die Luftangriffe auf den von der Al-Nusra-Front seit September 2015 beherrschten Militärflughafen Abu Zuhur flog, blieb zunächst unklar.

Derweil töten von Al-Nusra angeführte Rebellengruppen mindestens 19 Menschen in dem Dorf Al-Zara, das die Rebellen am Donnerstag aus den Händen von Regimetruppen erobert hatten. Der Ort in Zentralsyrien wird mehrheitlich von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnt, zu der auch Assad zählt. Der Beobachtungsstelle zufolge wurden die Opfer - unter ihnen sechs Frauen - in ihren Häusern erschossen, weil sie angeblich Angehörige von Regierungssoldaten waren.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.09.2021 um 10:16 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/hisbollah-kommandant-bei-israelischem-angriff-getoetet-52057909

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