Jetzt Live
Startseite Welt
Nach Galaxie-Crash

"Geistergesicht" im All entdeckt

Hubble, Galaxie APA/AFP/ESA/Hubble/HO
Das "Hubble"-Teleskop hat eine ungewöhnliche Galaxienkollision abgelichtet. Die beiden Galaxien wirken wie ein Gespenstergesicht.

Das Weltraumteleskop "Hubble" hat eine ungewöhnliche Galaxienkollision abgelichtet: Die beiden verschmelzenden Galaxien wirken wie ein kosmisches Gesicht. Offensichtlich sind in rund 704 Millionen Lichtjahren Entfernung von unserer kosmischen Heimat, der Milchstraße, zwei Galaxien frontal zusammengestoßen.

Die Zentralregionen der beiden kollidierenden Galaxien bilden die beiden "Augen" der Formation, wie das europäische "Hubble"-Informationszentrum im Garching bei München kurz vor Halloween (31.10.) mitteilte.

Galaxien nahezu gleich groß

Die Konstellation mit der Katalognummer "AM 2026-424" zeigt demnach, dass die beiden Galaxien in etwa gleich groß waren. Dies sei ungewöhnlich, meist würden kleinere von größeren Galaxien verschlungen, erläuterten die Forscher. Durch den Zusammenstoß seien die Scheiben der beiden Galaxien nach außen gezogen worden. Die Turbulenzen dabei haben eine heftige Welle der Sternentstehung ausgelöst. Ein Ring junger Sterne leuchte blau und forme Nase, Mund und Rand des galaktischen Gesichts.

"Nur" 100 Millionen Jahre zu sehen

Die Formation sei ein in astronomischen Maßstäben kurzlebiges Gebilde, das nur etwa 100 Millionen Jahre lang so zu sehen sein werde. In ein bis zwei Milliarden Jahren werden die beiden Galaxien so stark miteinander verschmolzen sein, dass ihre Vergangenheit nicht mehr zu erkennen sein werde, erläuterte das Zentrum. Das Bild ist das Ergebnis einer Durchmusterung mit "Hubble", die vorrangige Beobachtungsziele für das Nachfolger-Weltraumteleskop "James Webb" identifiziert, das 2021 in den Orbit gebracht werden soll.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 22.11.2019 um 04:18 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/hubble-fotografiert-geistergesicht-78414523

Kommentare

Mehr zum Thema