Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Immer häufiger gefährliche Gegenstände in Österreichs Gerichten beschlagnahmt

Immer öfter werden gefährliche Gegenstände in österreichischen Gerichten beschlagnahmt. APA/Barbara Gindl
Immer öfter werden gefährliche Gegenstände in österreichischen Gerichten beschlagnahmt.

In Österreichs Gerichten beschlagnahmen Sicherheitsleute immer häufiger gefährliche Gegenstände. Im Vorjahr lag die Anzahl der vorübergehenden Beschlagnahmungen bei 214.786, die Zahl der Schusswaffen darunter steigt.

Bei Sicherheitskontrollen in den heimischen Gerichtsgebäuden wurden im Vorjahr insgesamt 214.786 gefährliche Gegenstände vorübergehend beschlagnahmt. Darunter befanden sich 509 Schusswaffen, 52.496 Hieb- und Stichwaffen und 161.781 "sonstige gefährliche Gegenstände". Das teilte das Justizministerium am Dienstag in einer Aussendung mit. Dass zur letzteren Gruppe zweifellos die vom Justizministerium explizit erwähnten Pfeffersprays, Nagelfeilen und Schraubenzieher zählen, ist unbestritten.

Fahrradhelme, Wasserflaschen, Parfüms verboten

Zumindest im Wiener Straflandesgericht und in mehreren Wiener Bezirksgerichten müssen beim Betreten aber auch Gegenstände abgegeben werden, bei denen es fraglich erscheint, ob diese tatsächlich eine Gefahrenquelle darstellen. So dürfen Fahrradhelme, Wasserflaschen und Behältnisse aus Glas nicht mit ins Innere der Gebäude genommen werden. Sogar Deodorants und Parfüms müssen abgegeben werden.

Immer mehr Schusswaffen

Die Sicherheitskontrollen bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften werden seit einem Schussattentat im Bezirksgericht Hollabrunn durchgeführt, das im Dezember 2009 einer Rechtspflegerin das Leben gekostet hat. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr sind 2015 um 20 Prozent mehr Gegenstände beanstandet worden, was auch auf eine restriktivere Einschätzung des Gefährdungspotenzials zurückzuführen ist. Fakt ist allerdings auch, dass bei den Sicherheitskontrollen immer mehr Personen mit Schusswaffen angehalten werden. Waren es 2010 374, wurden 2014 bereits 447 Schießeisen abgenommen. Im Vorjahr ist diese Anzahl um weitere 14 Prozent angestiegen.

Ausweitung der Sicherheitskontrollen

Derzeit verfügen rund 90 der Gerichte und Staatsanwaltschaften in Österreich über Eingangskontrollen. Sie sollen demnächst auf sämtliche Gebäude ausgeweitet werden, um bundesweit ein lückenloses Netz an Sicherheitskontrollen in Justizgebäuden gewährleisten zu können. Die beschlagnahmten Gegenstände dürfen in aller Regel beim Verlassen der Gebäude wieder mitgenommen werden.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 04.12.2021 um 08:55 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/immer-haeufiger-gefaehrliche-gegenstaende-in-oesterreichs-gerichten-beschlagnahmt-52742167

Kommentare

Mehr zum Thema