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Immer mehr Länder suchen nach vermisster Boeing

Die Suche wird in die Andamanensee verlegt Salzburg24
Die Suche wird in die Andamanensee verlegt

Vier Tage nach dem rätselhaften Verschwinden eines malaysischen Passagierflugzeugs mit 239 Menschen an Bord haben die Behörden das Suchgebiet erneut deutlich ausgeweitet. Auf Bitten der malaysischen Regierung schloss sich am Mittwoch auch Indien dem Einsatz an und ließ seine Küstenwache in der Andamanensee sowie um die Nikobaren-Inseln Ausschau nach Wrackteilen der Boeing 777 halten.

Nach Angaben des malaysischen Regierung beteiligen sich damit inzwischen zwölf Länder mit 42 Schiffen und 39 Flugzeugen an der Suche nach der Maschine von Malaysia Airlines. Das fragliche Gebiet umfasst mittlerweile 93.000 Quadratkilometer, was ungefähr der Fläche Ungarns entspricht.

Die Passagiermaschine mit der Flugnummer MH370 war in der Nacht zum Samstag in Kuala Lumpur in Richtung Peking gestartet und eine Stunde später gegen 01.30 Uhr von den Radarschirmen verschwunden. Der malaysische Luftwaffenchef Rodzali Daud bestätigte einen Medienbericht, wonach das Militär rund 45 Minuten später eine Maschine über der nördlichen Straße von Malakka westlich von Malaysia auf dem Radar entdeckt habe.

Dieses Gebiet liegt südlich der thailändischen Ferieninsel Phuket und damit Hunderte Kilometer entfernt von der letzten Ortungsstelle im Nordosten von Malaysia. Demnach müsste die Maschine aus bisher ungeklärten Gründen umgekehrt sein. Es sei aber noch unklar, ob es sich bei dem Signal wirklich um die vermisste Maschine gehandelt habe, schränkte Rodzali ein. Thailand und Indonesien erklärten, ihre Flugsicherungen hätten zu dem Zeitpunkt keine außergewöhnlichen Flugbewegungen in der Straße von Malakka beobachtet.

Der Grund für das Verschwinden der Maschine ist damit weiterhin völlig unklar. Die Behörden schließen einen Anschlag oder eine Entführung ebenso wenig aus wie technisches Versagen. Die Polizei prüft zudem, ob sich unter den Passagieren Menschen mit psychischen Problemen befunden haben könnten. Malaysia Airlines sah sich zudem gezwungen, auf Medienberichte zu reagieren, wonach der Co-Pilot bei einem früheren Flug zwei Frauen zu sich ins Cockpit eingeladen und damit gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen hatte. Man nehme die Vorwürfe sehr ernst und habe eine interne Überprüfung eingeleitet, teilte das Unternehmen mit.

Das Rätsel um das verschwundene Passagierflugzeug rückt Malaysias Polizeichef, den Armeechef und den Airlinechef jetzt jeden Tag ins Blitzlichtgewitter der Weltpresse. Das Ablesen vom Blatt, das Geflüster untereinander vor der Beantwortung von Fragen - souverän wirken die Ermittler nicht gerade. Der Druck ist hoch. Mit jedem Tag ohne Durchbruch wächst die Kritik.

Die chinesische Regierung hat die widersprüchlichen Informationen über die vermisste Malaysia-Airlines-Maschine kritisiert. Es habe bisher "sehr viele Informationen" gegeben, "und es ist ziemlich chaotisch", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking am Mittwoch auf die Frage, ob das Flugzeug von seiner Route abgekommen sein könne.

"Das plötzliche Verschwinden des Flugzeugs ist mysteriös, aber noch verwirrender ist, wie die Regierung die ganze Sache anpackt", meint der Journalist Terrence Netto, der für das regierungskritische Portal "Malaysiakini" schreibt. Auch das Portal "The Malaysian Insider" ist kritisch: "Die Stimmung unter Malaysiern schwingt nun von Geduld zu Ärger über die unterschiedlichen Angaben zu Passagieren, Gepäck und letzter bekannter Position des Flugzeugs", heißt es dort in einem Kommentar.

China teilte am Dienstag als erstes Land mit, zehn seiner Satelliten für die Suche nach der verschollenen Maschine entsprechend technisch angepasst zu haben. Auch Hanoi überwacht das Meer rund um die Insel Tho Chu vor der Südspitze Vietnams mit einem Satelliten. Die Sensoren, mit denen etwa die chinesischen Satelliten ausgerüstet sind, verfügen über hochauflösende optische Teleskope, Infrarot-Kameras und Mikrowellendetektoren. So berichtete es die in Hongkong erscheinende Zeitung "South China Morning Post" am Mittwoch. Allerdings setzt die Natur selbst der modernsten Technik Grenzen. So erschwert Wellengang mitunter die Beobachtung aus dem All.

(Quelle: S24)

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