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Österreich im Fokus

Das schreibt internationale Presse über neue Regierung

Nehammer tritt Kanzleramt "unter schwierigen Vorzeichen" an

Karl Nehammer APA/ROLAND SCHLAGER
Karl Nehammer (ÖVP) ist nun Österreichs Bundeskanzler. Weltweit sorgt die neue Regierung für Aufsehen.

Die neue Bundesregierung von Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) sorgt international für viel Aufsehen. Die Reaktionen von Medien wie der "Financial Times" oder der "New York Times" haben wir hier für euch zusammengefasst.

Internationale Tageszeitungen kommentieren die neue Bundesregierung von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) in ihren Dienstagsausgaben.

"Financial Times" (London): 

"Nehammer muss nun Österreich durch die Pandemie steuern. Die Zahl der Covid-19-Fälle steigt rasant an, doch die Bemühungen der Regierung, sie durch eine höchst umstrittene Vorschrift einzudämmen, nach der sich alle Erwachsenen ab Februar impfen lassen müssen, haben die Spannungen im ganzen Land verschärft. (...) Nehammers Herausforderung wird darin bestehen, zu versuchen, politische Gräben zu überbrücken, ohne die Stimmen zu verlieren, die seine Partei einst mit einem raueren Politikstil, der von Kurz eingeführt wurde, gewonnen hat."

"New York Times": 

"Sein (Karl Nehammers, Anm.) Aufstieg zum Bundeskanzler war die Krönung eines monatelangen, ungewöhnlichen Chaos in der österreichischen Politik, das durch den Rücktritt von Sebastian Kurz als Regierungschef im Oktober inmitten einer strafrechtlichen Untersuchung wegen des Verdachts auf Korruption und Einflussnahme ausgelöst wurde. Wochen später trat er als Chef der konservativen Regierungspartei zurück."

"Münchner Merkur": 

"Nehammer tritt sein Amt unter schwierigen Vorzeichen an. Die seit 2020 regierende Koalition aus ÖVP und Grünen steht wegen zahlreicher Konflikte auf wackeligen Füßen. Auch bei der Bekämpfung der massiven vierten Welle der Corona-Pandemie waren sich die Regierungspartner bei Weitem nicht immer einig. Aktuell ist das Land in einem Lockdown. Handel und vor allem Tourismus fürchten, dass entgegen der bisherigen Ankündigung die Ausgangsbeschränkungen zumindest teilweise über den 13. Dezember hinaus verlängert werden. Eine Entscheidung soll in den kommenden Tagen fallen. Van der Bellen nutzte die Gelegenheit, die neue Regierung in der Corona-Politik zu Realitätssinn zu ermahnen."

"taz" (Berlin): 

"Nehammer muss jetzt die durch den überraschenden Abgang von Sebastian Kurz erschütterte ÖVP zur Ruhe bringen und die seit 2020 bestehende Koalition mit den Grünen wieder in ruhiges Fahrwasser steuern. Jüngste Umfragen alarmierten die Spitzen der Politik mit dem Befund, dass nur mehr 25 Prozent der Bevölkerung Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Regierenden hätten. (...) Die Besetzung von Posten war früher immer ein Balanceakt zwischen den Interessen von Bünden und Ländern. (...) Dass die alten Strukturen nie verschwunden waren, zeigte sich letzte Woche. Kaum war Kurz entmachtet, übernahmen die Landeshauptleute wieder das Kommando. Bildungs- und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann, ein in Düsseldorf geborener Zuwanderer, musste über Nacht seinen Posten räumen, weil der steirische Landeshauptmann sein Bundesland in der Regierung vertreten wissen wollte. `Ich bin weder bündisch verankert noch einem Bundesland zuzuordnen ́, nannte Faßmann in entwaffnender Offenheit den Grund für seine Abberufung."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 24.05.2022 um 09:33 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/internationale-pressestimmen-zur-neuen-regierung-oesterreichs-113656858

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