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Irlands Parlament berät Umsetzung des Abtreibungsreferendums

Mehr als vier Monate nach dem historischen Referendum zur Legalisierung der Abtreibung in Irland hat das Parlament die Beratungen über die entsprechende Gesetzesänderung aufgenommen. "Ich bin überzeugt, dass wir heute, jetzt, ein neues Kapitel für die Gesundheit der Frauen aufschlagen", sagte Gesundheitsminister Simon Harris am Donnerstag zu Beginn der Debatte in Dublin.

Das Votum vom Mai, bei dem sich die Abtreibungsbefürworter mit gut 66 Prozent der Stimmen durchsetzten, sei eine klare Botschaft des "Respekts und der Solidarität für Frauen" gewesen, sagte Harris. Konkret beraten die Abgeordneten über eine Änderung der Verfassung. Laut dem achten Zusatzartikel waren Abtreibungen selbst bei Vergewaltigung, Inzest oder einer tödlichen Fehlbildung des Fötus bisher verboten. Bei einer Abtreibung drohen Frauen bisher bis zu 14 Jahre Haft.

Dieser Zusatzartikel soll nun durch einen Text ersetzt werden, der Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt. Unter bestimmten Bedingungen sollen Abtreibungen auch danach bis zur 24. Woche möglich sein, etwa wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist.

Es wird erwartet, dass die Abgeordneten die Gesetzesänderung durchwinken. Allerdings wurde Kritik an einer Bestimmung laut, wonach Frauen erst nach einer Frist von drei Tagen abtreiben dürfen. Dies benachteilige etwa Frauen, die häusliche Gewalt erleiden.

(APA/ag.)

(Quelle: S24)

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