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Extremisten-Führer getötet

Israel fliegt Angriffe auf Gazastreifen

Palästinenser antworten mit Raketenagriffen

Eine verletzte Palästinenserin wird weggebracht
Bei den Luftangriffen wurden mindestens 55 Menschen verletzt. 

Bei Luftangriffen auf den Gazastreifen sollen die israelischen Streitkräfte den Militärchef der extremistischen Palästinenserorganisation Islamischer Jihad (PIJ) getötet haben. Tayseer al-Jaabari soll für zahlreiche Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und geplante Angriffe auf Zivilisten verantwortlich sein.

Das israelische Militär bestätige den Tod des hochrangigen Kommandanten.

100 Raketen auf israelische Städte abgefeuert

In der Folge feuerten Palästinenser nach eigenen Angaben mehr als 100 Raketen auf israelische Städte ab. Der israelische Rettungsdienst erklärte, ihm lägen keine Berichte über Verletzte vor. Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz genehmigte wiederum die Mobilisierung von 25.000 Reservisten. Das bestätigte sein Büro am Freitagabend. Die Entscheidung ist dem Militär zufolge nach Beurteilung der Sicherheitslage gefallen.

Islamischer Jihad als Terrororganisation eingestuft

Der Islamische Jihad wird auch von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Vor der Tötung Jaabaris hatte das israelische Militär nach Drohungen des Islamischen Jihads mehrere Ziele in dem Küstenstreifen angegriffen. Nach palästinensischen Angaben kamen dabei mindestens zehn Menschen, nach Angaben der israelischen Armee rund 15 ums Leben, darunter ein fünfjähriges Kind. Mindestens 55 Menschen seien verletzt worden, so das palästinensische Gesundheitsministeriums. Ein Sprecher der Palästinenser-Organisation Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, kündigte Vergeltung an: "Die Besatzung (die Bezeichnung der Hamas für Israel) hat die roten Linien überschritten."

2019 hatte Israel bereits den Vorgänger von Jaabari, Jihad-Militärchef Baha Abu al-Ata, gezielt getötet. Darauf folgten damals massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelische Orte und Gegenangriffe der israelischen Luftwaffe in dem Küstenstreifen. Nach einigen Tagen konnte mit Hilfe von Unterhändlern Ägyptens und der Vereinten Nationen eine Waffenruhe vereinbart werden.

Luftangriff auf Gazastreifen

Nach Angaben der israelischen Armee sind bei dem Luftangriff außer Jaabari zehn weitere Jihad-Mitglieder ins Visier genommen worden. Sie sollen einen Angriff gegen Israel vorbereitet haben. Auch Militärbasen und Gebäude der PIJ wurden demnach im Gazastreifen angegriffen. Für die israelischen Gebiete rund um den Gazastreifen wurde am Freitag eine erhöhte Sicherheitsstufe ausgerufen.

Israels Ministerpräsident Jair Lapid teilte mit: "Die israelische Regierung wird es Terrororganisationen nicht erlauben, die Agenda in den Ortschaften am Rande des Gazastreifens zu bestimmen und israelische Bürger zu bedrohen. Wer Israel angreifen will, muss wissen, dass wir zu ihm gelangen werden." Im Fernsehen sprach Lapid von einer "Anti-Terror-Operation" gegen "eine unmittelbare Bedrohung".

(Quelle: APA)

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