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Im Abwasser

Covid-19 in Italien seit Dezember nachweisbar

Offizieller Ausbruch erst Mitte Februar

Das Coronavirus ist in Italien offenbar schon länger aktiv als angenommen. Genetische Spuren des Erregers SARS-CoV-2 seien in Abwässern der Großstädte Mailand und Turin vom Dezember sowie in Abwässern aus Bologna vom Jänner nachgewiesen worden, heißt es in einer Stellungnahme vom nationalen Gesundheitsinstitut ISS.

Offiziell festgestellt worden war der Coronavirus-Ausbruch in Italien erst Mitte Februar. Für die ISS-Studie wurden 40 Abwasserproben untersucht, die zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 genommen wurden. Die Oktober- und November-Proben aus Mailand und Turin waren noch negativ, die Dezember-Proben jedoch nicht mehr. Die Ergebnisse wurden laut ISS von zwei unterschiedlichen Laboren mit unterschiedlichen Methoden bestätigt.

Coronavirus-Zahlen für Europa

Wie Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zeigen, wurden aus den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) einschließlich Großbritanniens bisher 1.498.689 Infektionen sowie 172.960 Todesfälle gemeldet.

Die meisten Infektionen gab es bisher in den fünf bevölkerungsreichsten Ländern der Region: Großbritannien (300.469), Spanien (245.268), Italien (238.159), Deutschland (188.534) und Frankreich (158.641). In Österreich gab es nach Regierungsangaben bis Freitagvormittag 17.271 positive Testergebnisse und 688 Todesfälle.

(Quelle: Apa/Ag.)

Kotproben aus Kanalisation als Frühwarnsystem?

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(SYMBOLBILD)

Kot-Stichproben aus der Kanalisation sollen einem israelischen Forscherteam zufolge als eine Art Frühwarnsystem für neue Corona-Ausbrüche dienen können. Während der jüngsten Coronakrise habe man bereits landesweit punktuell das Abwassersystem untersucht, sagte Biotechnologe Ariel Kushmaro von der Universität Ben Gurion in Beerscheva am Dienstag.

Die Wissenschafter hätten dabei mit dem Nachweis des Coronavirus aus menschlichen Fäkalien dokumentiert, in welchen Vierteln es besonders viele Erkrankungen gegeben habe. Die Untersuchungen könnten als "Frühwarnsystem gegen eine zweite Infektionswelle" dienen, sagte Kushmaro.

Landesweit würden Stichproben aus der Kanalisation entnommen, bei minus 80 Grad gefroren und dann im Labor untersucht. Etwa in dem strengreligiösen Viertel Bnei Brak bei Tel Aviv hatte es besonders viele Corona-Infektionsfälle gegeben. Zu dem Zeitpunkt sei auch die Konzentration des SARS-CoV-2-Erregers in der dortigen Kanalisation besonders hoch gewesen, sagte der Leiter des Forscherteams. "Es ist uns gelungen, einen Zusammenhang zu beweisen."

Virus im Kot bereits drei Tage nach Anstreckung

Ein Vorteil sei, dass das Coronavirus im Kot bereits drei Tage nach der Ansteckung nachgewiesen werden könne, etwa zwei Tage, bevor erste Symptome auftreten, sagte Kushmaro. "So kann ein neuer Ausbruch schneller bemerkt werden." Positiv sei auch, dass es durch die Untersuchungen keine Verletzung der Privatsphäre gebe. "Es werden keine einzelnen Personen genannt, sondern nur betroffene Viertel." Auf einen neuen Ausbruch könnten die Behörden dann schnell mit neuen Beschränkungsmaßnahmen reagieren, sagte er.

Kushmaro sagte, man sei in Kontakt mit dem israelischen Gesundheitsministerium. Er hoffe, dass die Untersuchungen bereits binnen weniger Wochen offiziell in Israel eingesetzt werden können. Auch im Ausland gebe es Interesse an dem Thema, etwa in Frankreich und Italien werde ein ähnliches Vorgehen geprüft.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 16.268 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 10.223 sind wieder genesen. 237 mit dem Virus infizierte Menschen sind den Angaben zufolge gestorben.

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