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Baby-Boom in italienischer Covid-Stadt

15 Neugeborene in Cremona in 24 Stunden

Baby, Hand, Neugeboren, Familie, SB Pixabay/CC0
Italien ist seit 2015 mit einem beispiellosen Geburtenrückgang konfrontiert. (SYMBOLBILD)

Während Italien weiterhin eine stark sinkende Zahl von Coronavirus-Todesopfern meldet, bekommt das Land auch verstärkt Signale des Neubeginns zu spüren. In der vom Covid-19 schwer betroffenen lombardischen Stadt Cremona kam von Freitag aus Samstag innerhalb von 24 Stunden eine Rekordzahl von 15 Babys zur Welt.

"Das ist ein außerordentliches Event für uns und ein Zeichen der Auferstehung der Stadt", sagte Aldo Riccardi, Leiter der Gynäkologie-Abteilung des Krankenhauses von Cremona, in dem zehn Mädchen und fünf Buben, darunter ein Zwillingspaar, zur Welt gekommen sind. Italienische Zeitungen veröffentlichten am Dienstag die Bilder der stolzen Mütter, die zusammen mit ihren Neugeborenen im Krankenhaus posierten.

"Diese Kinder geben Hoffnung"

"Wir haben in den letzten Monaten zu viele Tote betrauert. Ich erinnere mich, als ich im Hof des Krankenhauses nur Leichenwagen sah. Wir sind glücklich, dass wir mit diesen Babys der Stadt ein Signal der Hoffnung geben können", sagte Riccardi. Auch der Bürgermeister von Cremona, Gianluca Galimberti, zeigt sich optimistisch. "Diese Kinder geben einer Gemeinschaft Hoffnung, die den Neustart nach sehr harten Zeiten schaffen will. Es gibt aber auch weitere positive Signale. Am Wochenende habe ich zwei Paare getraut und bis September sind wir mit Hochzeiten voll ausgebucht", so Galimberti.

Cremona stark von Covid-19 betroffen

In der Stadt, die wegen der Produktion von Stradivari-Geigen international bekannt ist, sind wegen des Covid 1.117 Menschen gestorben. 72.000 Einwohner zählt die Stadt. In Cremona und Umgebung haben sich 6.610 Personen am Covid-19 angesteckt. Damit war Cremona die am stärkste betroffene lombardische Stadt nach Mailand, Bergamo, Brescia und Pavia.

Immer weniger Babys in Italien geboren

Italien ist seit 2015 mit einem beispiellosen Geburtenrückgang konfrontiert. 2019 kamen so wenige Kinder wie zuletzt im Ersten Weltkrieg zur Welt. Demografen befürchten, dass sich die Coronavirus-Krise schwer auf die Geburtenrate in Italien auswirken wird. Mit einer durchschnittlichen Kinderzahl von 1,29 pro Frau gehört das Land zu den Schlusslichtern in Europa. Bei der Geburt ihres ersten Kindes sind die Italienerinnen durchschnittlich 31,7 Jahre alt.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 13.07.2020 um 11:53 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/italien-covid-stadt-cremona-feiert-baby-boom-89566906

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