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Journalist widerspricht Angaben zu gehackten Snowden-Daten

Der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald hat Angaben zur Entschlüsselung geheimer Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden durch Russland und China zurückgewiesen. Snowden sei seit langer Zeit nicht mehr im Besitz der Dateien, schrieb Greenwald am Montag im Onlineportal "The Intercept".

Snowden habe diese vielmehr nach seiner Flucht aus den USA in Hongkong an Greenwald und andere Journalisten übergeben, die dann darüber schrieben. Eine Kopie der Dateien habe Snowden "gewissenhaft zerstört, sodass sie nicht gefährdet waren".

Die britische Zeitung "Sunday Times" und die Rundfunkanstalt BBC hatten am Sonntag berichtet, die Regierungen in Moskau und Peking hätten sich Zugang zu den Dokumenten verschafft. Daraufhin habe Großbritannien eigene Agenten abziehen müssen, um eine Enttarnung zu verhindern. Greenwald versicherte, Snowden habe auf seiner Flucht keine Dateien nach Russland mitgenommen. "Diese Schmutzkampagne funktioniert nur, wenn sie behaupten, dass Snowden lügt", schrieb Greenwald mit Blick auf die Medienberichte.

Die "Sunday Times" hatte auch berichtet, dass Greenwalds Lebenspartner David Miranda nach einem Besuch bei Snowden in Moskau bei einer Festnahme am Londoner Flughafen Heathrow rund 58.000 geheime Dokumente bei sich gehabt habe. Greenwald nannte dies eine "glatte Lüge". "Als er in Heathrow festgenommen wurde, war David noch nie in Moskau gewesen und hatte auch Snowden nie getroffen", schrieb er. Die "Sunday Times" habe diese Angaben inzwischen "in aller Stille gelöscht".

Snowden, der von den USA wegen Spionage gesucht wird, lebt seit dem Sommer 2013 in Russland im Exil. Der 31-Jährige hatte seine Dokumente verschiedenen Medien zur Auswertung zur Verfügung gestellt, aber versichert, dass "kein Geheimdienst" sie erhalten werde. Seine Enthüllungen brachten seit dem Frühsommer 2013 das Ausmaß der Überwachung der Telefon- und Internetkommunikation durch die US-Geheimdienste und ihre britischen Partner ans Tageslicht.

Beide Berichte enthielten keine näheren Angaben dazu, wie oder wann Russland und China an die Dokumente Snowdens gelangt sein sollten. Snowden hatte während seiner Zeit bei den US-Geheimdiensten CIA und NSA zahlreiche Dokumente heruntergeladen, laut der "Sunday Times" rund 1,7 Millionen. Greenwald wies auch diese Zahl zurück. "Die NSA hat wiederholt angegeben, dass sie nicht weiß, wie viele Papiere Snowden heruntergeladen hat, und dass sie dies auch nicht herausfinden kann", schrieb er.

(Quelle: S24)

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