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Julius Meinl V. startet Projekt gegen Antisemitismus

Der Wiener Unternehmer und britische Staatsbürger Julius Meinl V., der sich zuletzt auch im Jüdischen Weltkongress (WJC) engagiert hat, hat am Montag auf einer Konferenz in Moskau den Start eines groß angelegten Bildungsprojekts zur Bekämpfung von Antisemitismus angekündigt. Es sei Zeit, von Worten zu Taten zu schreiten, begründete er in einer emotionalen Rede.

"Ich bin stolz ein gemeinsames Projekt von UNESCO und WJC präsentieren zu dürfen, das sich mit Bildungsprogrammen zum Antisemitismus beschäftigen wird", erklärte er auf der Konferenz "Wir schützen die Zukunft", mit der das Russische Jüdische Komitees zum Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufrufen möchte. Die auch mit prominenten internationalen Gästen besetzte Veranstaltung, darunter OSZE-Minderheitenkommissar Lamberto Zannier, war freilich von jenem Schussattentat überschattet, das am Wochenende 11 Menschenleben in einer Synagoge in den USA gefordert hatte.

Als ersten Schritt seines Projekts kündigte Meinl für November den Start einer Webseite an, der von einer groß angelegten Kampagne in sozialen Netzwerken begleitet und Tausende junger Europäer ansprechen würde.

Einer der inhaltlichen Schwerpunkte sei der Holocaust, dessen Bedeutung mit einer Kombination aus Fakten und Emotionen effektiv vermittelt werden solle. "Deshalb wird die Webseite sowohl historische Fakten aber auch herzzerreißende Aussagen von Holocaust-Überlebenden präsentieren", sagte der nunmehr in Prag lebende Unternehmer, dessen jüdische Mutter rechtzeitig vor den Nationalsozialisten hatte fliehen können.

Als Anlass für sein persönliches Engagement gegen Antisemitismus nannte Meinl in Moskau ein Cover des österreichischen Nachrichtenmagazins "Format". Dieses hatte im Mai 2009 mit einer auf Meinl bezogenen Bild-Wort-Kombination Assoziationen zu Adolf Hitler erweckt. 2011 gab der Oberste Gerichtshof in Wien zwar der Beschwerde des Unternehmers recht und bezeichnete die Aufmachung als herabwürdigend und ehrenrührig. "Das war relativ schwach. Ich hätte mir ein klareres Wort erwartet", kommentierte Meinl am Montag gegenüber der APA.

Einen Österreich-Schwerpunkt seiner Initiative plant Meinl einstweilen nicht. Wie auch andere Länder beobachtete er jedoch Österreich genau, sagte der Unternehmer, der im Jüdischen Weltkongress für die Bekämpfung von Antisemitismus zuständig ist. "Wir haben aber im Moment (in Österreich, Anm.) nichts Verstärktes festgestellt", erklärte er auf APA-Nachfrage.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 22.04.2021 um 07:31 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/julius-meinl-v-startet-projekt-gegen-antisemitismus-60489757

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