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Kalifornien brennt

600.000 Haushalte ohne Strom

Buschbrände haben in Kalifornien dutzende Wohnhäuser zerstört. Ein Feuer verwüstete nach Behördenangaben vom Freitag eine Siedlung östlich der Metropole Los Angeles. In Kalifornien galt am Freitag höchste Waldbrand-Alarmstufe. Hunderttausende Menschen waren ohne Strom wegen vorsorglicher Überprüfungen von Hochspannungsleitungen. Schäden an den Leitungen können Waldbrände auslösen.

Der Brand in der Siedlung östlich von Los Angeles sei vom Fahrer eines Müllwagens ausgelöst worden, der seine in Brand geratene Ladung am Straßenrand abgeladen habe, sagte eine Feuerwehrsprecherin der "Los Angeles Times". Mehr als 70 Gebäude der Siedlung wurden zerstört, mehr als 200 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Die Behörden ordneten die vorsorgliche Räumung von rund 1.900 Wohnungen in der Gegend an. Ein anderer Brand nordwestlich von Los Angeles verwüstete rund 1.600 Hektar Land.

Buschbrände in Kalifornien ASSOCIATED PRESS
Wegen des verheerenden Feuers und erhöhter Waldbrand-Gefahr wurde in Kalifornien hunderttausenden Menschen der Strom abgeschaltet. 

600.000 Haushalte ohne Strom

Nach absichtlichen Stromabschaltungen wegen erhöhter Waldbrandgefahr sind in Nordkalifornien Hunderttausende Menschen am Donnerstagabend (Ortszeit) im Dunkeln gesessen. Wie der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) mitteilte, waren rund 600.000 Haushalte und Unternehmen ohne Strom. Die massiven, geplanten Blackouts in 34 Bezirken des Westküstenstaates hatten am Mittwoch begonnen.

PG&E sprach von einer Vorsichtsmaßnahme wegen erhöhter Brandgefahr bei starken Winden und Trockenheit. Zeitweise waren mehr als 700.000 Kunden betroffen. Nach Abflauen der Winde würden nun mehr als 6.000 Mitarbeiter Stromleitungen auf mögliche Schäden, etwa durch umgestürzte Bäume, untersuchen, teilte PG&E am Abend mit. Es könne Tage dauern, bis das komplette Netz wieder hergestellt sei.

Kritik wegen schlechter Wartung

Vorwürfe wegen schlecht gewarteter Stromleitungen sind nach Großbränden in Kalifornien in den vergangenen Jahren häufig laut geworden. Das verheerende Feuer in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise mit 85 Toten im vorigen November soll durch defekte Stromleitungen ausgelöst worden sein. Starker Wind, warme Temperaturen und eine trockene Vegetation trugen Untersuchungen zufolge dazu bei, dass sich das Feuer extrem schnell ausbreitete.

Geschäfte und Schulen in Kalifornien geschlossen

In zahlreichen Regionen, auch in Ballungsräumen um San Francisco, beeinträchtigten die Blackouts den Alltag: Geschäfte und Schulen waren geschlossen, Ampelanlagen fielen aus. Die Universität in Berkeley sagte den Unterricht ab, Weingüter in der beliebten Touristenregion um Napa Valley machten dicht.

PG&E-Chef Bill Johnson räumte ein, dass das Unternehmen für die massiven Abschaltungen "nicht ausreichend" vorbereitet gewesen sei. Kunden und Politiker hatten die drastische Maßnahme des Energieversorgers kritisiert. PG&E habe es über Jahre hinweg versäumt, in das Netz zu investieren und seine Anlagen zu modernisieren, sagte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom.

(Quelle: Apa/Dpa/Ag.)

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