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Karmasin setzt bei Familienpolitik auf Verhaltensökonomie

Sophie Karmasin setzt auf Motivation statt Regulierung Salzburg24
Sophie Karmasin setzt auf Motivation statt Regulierung

Ob mehr Väterbeteiligung in der Kinderbetreuung, raschere Rückkehr aus der Karenz oder Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz: Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) will all das verstärkt durch motivatorisches Arbeiten erreichen. Wissenschaftliches Unterfutter dafür holte sie sich am Donnerstag bei einem Symposium zum Thema Verhaltensökonomie.

Karmasin verwies in der Pressekonferenz zu dem Symposium auf diverse Projekte ihres Ressorts, bei denen dies schon Berücksichtigung finde: etwa die antragslose Familienbeihilfe, den Partnerschaftsbonus (1.000 Euro, wenn Kindergeld-Zeiten gereicht aufgeteilt werden), die Beratungsgespräche zum zweiten Kindergartenjahr oder - in Kooperation mit dem AMS - Beratungsbriefe zum beruflichen Wiedereinstieg.

Dass hier die Psychologie und die Verhaltensökonomie stärker zum Zug kommen sollen, liege daran, dass die Menschen Entscheidungen oft nicht rational treffen, so Karmasin. Martin G. Koicher von der Ludwig-Maximilians-Universität München unterstützte das. Weil die Politik vom rational agierenden Menschen ausgehe, würden oft Fehlanreize gesetzt. Wenn man dies verstehe und - evidenzbasiert - auf einen motivierenden Staat setze, könne man bessere Ergebnisse erzielen.

In einem Handout des Familienministeriums war dazu von einer "Politik, die motiviert statt reguliert" zu lesen. "Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Richtig gesetzte Motivationsanreize wirken in bestimmten Bereichen besser als Gesetze", hieß es darin. Verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse und Evaluierungsverfahren müssten neben gesetzlichen Bestimmungen Teil des politischen Handelns werden.

Dass sie sich damit bloß die ÖVP-Maxime von der "Wahlfreiheit" in der Familienpolitik wissenschaftlich absichern lassen wolle, stellte Karmasin in Abrede. "Das ist keine Schwarz-Weiß-Geschichte. Wir wollen auch gesetzliche Anreize", betonte sie. Auch für klassische politische Instrumente müsse Platz sein, "das darf sich nicht ausschließen".

(Quelle: S24)

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