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Katalonien eröffnet Vertretungen in Wien und Rom

Regionalpräsident Mas verteidigte die Maßnahmen Salzburg24
Regionalpräsident Mas verteidigte die Maßnahmen

Die katalonische Regionalregierung hat am Dienstag die Eröffnung einer neuen Vertretung in Wien beschlossen. Das berichtete das Portal lainformacion.com unter Berufung auf die Agentur Europa Press. Auch in Rom soll eine Vertretung hinzukommen. Zudem wird das Amt eines "Permanenten Repräsentanten gegenüber der EU" eingeführt.

Francesc Homs, der Sprecher von Regionalpräsident Artur Mas, verteidigte die Maßnahmen: Sie seine keine "Launen" oder unnötige Ausgaben, sondern eine Investition, um die internationale Darstellung Kataloniens im Interesse der Katalanen zu verbessern. Mit der Schaffung des neuen Amtes in Brüssel werde die Vertretung der spanischen Region dort hochgestuft "in einem Moment, der es verlangt, auf eine hochrangige und direkte politischen Positionierung zu setzen". Der Permanente Repräsentant solle die katalonischen Interessen "kraftvoll" bei der EU verteidigen und durchsetzen.

Bisher war die katalonische Delegation in Deutschland auch für Österreich zuständig. Die neue Vertretung in Wien soll laut Bericht nun nicht nur für Österreich, sondern auch für Ungarn, Tschechien, die Slowakei, Slowenien und Kroatien zuständig sein, jene in Deutschland künftig zusätzlich für Polen, Estland, Lettland und Litauen. Mit Wien und Rom erhöht sich die Zahl der katalonischen Auslandsvertretungen von fünf (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, EU, USA) auf sieben.

Die katalanische Regierung war heuer mit dem Versuch gescheitert, ein offizielles und rechtlich bindendes Referendum über die Unabhängigkeit abzuhalten. Die spanische Zentralregierung unterband das Vorhaben mit einer Klage vor dem Verfassungsgericht. Am 9. November fand lediglich eine inoffizielle Abstimmung statt. An der Volksbefragung beteiligten sich 2,3 der 5,4 Millionen Wahlberechtigten. 1,86 Millionen von ihnen votierten für eine Abspaltung von Spanien. Dies waren gut 80 Prozent der Beteiligten, aber deutlich weniger als die Hälfte der Stimmberechtigten.

Mas will sich nun für ein offizielles Referendum einsetzen. In Katalonien, das einen Großteil zur spanischen Wirtschaftsleistung beisteuert, nahm angesichts der Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren der Wunsch nach Unabhängigkeit zu. Die Befürworter einer Abspaltung argumentieren, dass Katalonien allein besser dastünde.

Laut DIPLOCAT, eine gemischt öffentlich-private Kooperation zur Förderung der Beziehungen zwischen Katalonien und dem Rest der Welt, sind die Auslandsbüros keineswegs mit spanischen Botschaften gleichzusetzen. Die Botschaften betrachteten die katalonischen Auslandsvertretungen misstrauisch, so DIPLOCAT-Sprecher Marti Estruch jüngst gegenüber der APA in Wien.

(Quelle: S24)

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