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Notre Dame

Brand in Kathedrale unter Kontrolle

Turmspitze und Dachstuhl in sich zusammengebrochen

Die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame in Paris stand Montagabend in Flammen. Riesige Flammen schlugen aus dem Dach der gotischen Kirche, die Turmspitze brach ebenso wie der Dachstuhl komplett in sich zusammen. Ein Teil der Seine-Insel, auf der die Kathedrale steht, wurde evakuiert. Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Edouard Philippe wollten sich zur Kathedrale begeben.

Der Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Angaben der Feuerwehr unter Kontrolle. "Das Feuer ist gelöscht", sagte ein Feuerwehrsprecher in der Nacht auf Dienstag der Zeitung "Le Figaro" (online). Es gebe aber noch einige Brandherde, die überwacht werden müssten. Das Feuer in dem weltberühmten Bauwerk im Herzen der französischen Hauptstadt war am Montagabend aus bisher unbekannter Ursache ausgebrochen.

Notre-Dame: Dachreiter stürzt ein

Die Flammen brachten den 93 Meter hohen Dachreiter aus dem 19. Jahrhundert zum Einsturz und zerstörten weite Teile des Dachstuhls, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Struktur des historischen Gebäudes wurde aber gerettet, ebenso die Fassade und die beiden Haupttürme. Staatschef Emmanuel Macron versprach, die gotische Kathedrale wieder aufzubauen. Die französische Milliardärsfamilie Pinault kündigte an, 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen.

Notre Dame: Löschwagen aus ganz Paris im Einsatz

Löschwagen aus ganz Paris rasten zur Isle de la Cite, der Insel inmitten der Seine, auf der Notre Dame steht. Die Feuerwehr rief die Einwohner auf, die Gegend zu meiden und den "Rettungsfahrzeugen Platz zu machen". Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach von einem "furchtbaren Brand". Auch sie rief die Menschen über Twitter auf, die Sicherheitsabsperrungen zu respektieren.

Ungeachtet dessen bildeten sich an den Quais und auf den Brücken große Zuschauermengen. Viele machten Fotos mit ihren Handys.

Feuer breitet sich rasch aus

Der Feuerwehr und dem Sprecher zufolge brach der Brand gegen 18.50 Uhr auf dem Dachboden der Kathedrale aus und breitete sich rasend schnell aus. Die Fassade der Kirche wird zur Zeit aufwendig gereinigt. Der Brand könnte nach Einschätzung der Feuerwehr mit den Arbeiten zusammenhängen. Der Brand schien von den Baugerüsten auszugehen, die auf dem Dach installiert waren.

Macron schrieb auf Twitter, er teile die "Gefühle einer ganzen Nation". Seine für 20.00 Uhr geplante Fernsehansprache als Antwort auf die Proteste der "Gelbwesten" verschob der Präsident, wie sein Büro mitteilte. Darin wollte er politische Maßnahmen nach der "großen nationale Debatte" ankündigen, die die Regierung von Mitte Jänner bis Mitte März organisiert hatte.

Van der Bellen erschüttert

US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, es sei "schrecklich", dem "massiven Brand" zuzusehen. Jetzt müsse rasch gehandelt werden, erklärte er weiter und riet, Löschflugzeuge einzusetzen.

Mit Erschütterung reagierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf den verheerenden Brand. In einem Tweet meint das Staatsoberhaupt: "Wir sind heute in Gedanken in Paris." Wörtlich schreibt er von verstörenden schrecklichen Bildern.

Bestürzung aus Österreich

Auch Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) zeigte sich betroffen. "Schreckliche Bilder erreichen uns aus Paris. Die weltberühmte Notre-Dame-Kathedrale, Symbol der Stadt und Pilgerstätte für Christen weltweit, steht in Flammen", twitterte Kneissl am Montagabend auf Deutsch und Französisch. "Unsere Gedanken sind bei unseren französischen Freunden", schrieb Kneissl.

Der österreichische Botschafter in Paris, Michael Linhart, zeigte sich emotional. "Es ist so traurig und schrecklich, die Kathedrale Notre-Dame von Paris brennen zu sehen!!! Ganz Österreich ist mit den Parisern und Franzosen! Es bricht mir das Herz!"

Notre Dame zählt zum Weltkulturerbe

Notre Dame zieht jährlich fast 13 Millionen Touristen und Gläubige an und ist damit das meistbesuchte Wahrzeichen der französischen Hauptstadt. Als eines der weltweit imposantesten Meisterwerke gotischer Architektur zählt Notre Dame zum Weltkulturerbe der Unecso.

Der Grundstein für den Sakralbau im Herzen von Paris wurde im Jahr 1163 unter Bischof Maurice de Sully gelegt. Fast 200 Jahre dauerte die Fertigstellung des Gotteshauses, das später mehrfach geplündert und verwüstet wurde. Nach der Französischen Revolution rettete die Restaurierung unter Architekt Eugène Viollet-le-Duc das Monument vor dem Verfall. Berühmt wurde die Kathedrale vor allem durch den Roman "Der Glöckner von Notre Dame" des Schriftstellers Victor Hugo. Die Ausmaße des Bauwerks mit seinen 128 Metern Länge und seinen 69 Meter hohen Türmen beeindrucken die Menschen noch heute. Nach wie vor werden Gottesdienste in der Kathedrale gefeiert, die sich im französischen Staatsbesitz befindet. Hochzeiten, Taufen und Trauergottesdienste finden dort allerdings nicht mehr statt.

(APA)

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